Anzeige
Trends & Märkte
Bio-Hersteller gegen Aufweichung der EU-Öko-VO
Stuttgart (p). Die großen Naturkost-Hersteller im Demeter-Verband stellen sich gegen eine Aufweichung der EU-Ökoverordnung. Sie befürchten Gentechnik in Bio-Lebensmitteln, weil zukünftig, wie jetzt in Brüssel beschlossen, auch für Bio-Lebensmittel gentechnisch veränderte Zusatzstoffe zugelassen sind.
„Das wäre der Einstieg der Gentechnik in die Bio-Lebensmittelwirtschaft durch die Hintertür“, warnt Volkmar Spielberger, Vorstand der NaturataSpielberger AG. Eine solche Änderung sei zudem gar nicht notwendig, meint der Bio-Pionier. Bio-Verarbeiter bewiesen seit Jahrzehnten, dass bei der Herstellung von hochwertigen Bio-Produkten weitgehend auf Zusatzstoffe verzichtet werden könne. Dies erfordere allerdings ein Umdenken bei den Herstellungsprozessen. Es genüge nicht, lediglich die Rohstoffe in den Rezepturen gegen solche aus Bio-Anbau auszutauschen.
„Bei der Herstellung qualitativ hochwertiger und vitaler Lebensmittel gilt es, das Produkt und die menschliche Ernährung ganzheitlich zu betrachten, um so das Beste für Körper, Seele und Geist zu erzeugen. Deshalb verwendet die NaturataSpielberger AG, wo immer möglich, Rohstoffe aus bio-dynamischer Erzeugung. Bei der Herstellung wird weitestgehend auf Hilfs- und Zusatzstoffe verzichtet,“ so Spielberger. „Viele Verbraucher wissen diese Konsequenz bei der Herstellung von Bio-Lebensmitteln zu schätzen. Die meisten Konsumenten lehnen Gentechnik im Essen grundsätzlich ab. Sie können sich derzeit bei Bio-Produkten darauf verlassen, dass sie frei sind von genmanipulierten Organismen. Und das muss so bleiben.“
Ulrich Walter von der Ulrich Walter GmbH mit der Marke Lebensbaum unterstreicht das: „Als verantwortungsvoller Hersteller fühlen wir uns den Wünschen und Ansprüchen unserer Kunden verpflichtet. Und diese wollen ganz sicher keine Gentechnik im Essen.
Aus diesem Grund können wir diese Aufweichung der Bio-Verordnung nur ablehnen. Wer GVO auch in Bio-Lebensmitteln zulässt, nimmt den Verbrauchern die Wahlfreiheit, auf die sie ein Recht haben.“
Für Demeter-Marktforums-Vorstand Thomas Maier von der Beutelsbacher Fruchtsaftkelterei steht fest: „Wenn die Politik jetzt dem Druck konventioneller Hersteller nachgibt, die bei Bio den guten Markt wittern, droht die ganze Bio-Branche in Verruf zu geraten. Das müssen wir verhindern.“
Die Demeter-Felderzeugnisse GmbH, älteste Bio-Erzeugergemeinschaft weltweit, produziert seit über 20 Jahren Demeter-Produkte.
„Bis zum heutigen Tag haben wir keinerlei Zusatzstoffe vermisst. Für die Produktion eines hochwertigen, naturbelassenen Lebensmittels ist der Einsatz von gentechnisch manipulierten Hilfs- oder Zusatzstoffen nicht nötig,“ erklärt Geschäftsführer Klaus-Dieter Brügesch.
Verbraucher, die Gentechnik in Lebensmitteln ablehnen, würden durch die geplanten neuen Richtlinien übergangen und manipuliert, Verbraucherschutz werde zur Farce.
Sparen statt konsumieren
Die Deutschen bringen ihre Ersparnisse weiterhin lieber aufs Sparbuch, als zu konsumieren. mehr...