Anzeige
Meinung
Wenn ein nagelneues Automobil vom Band läuft, das aus hunderttausend Einzelteilen zusammengebaut worden ist, dann kann man fest davon ausgehen, dass jedes einzelne Schräubchen bis hinters Komma kalkuliert worden ist. Nie und nimmer wird ein solches Fahrzeug nach dem „Pi mal Daumen-Prinzip“ produziert und verkauft, mit dem Stoßgebet, dass der Verkaufspreis die Herstellungskosten schon irgendwie decken wird. Nichts wird dem Zufall überlassen, alle Einzel- und Gemeinkosten sind unter Kontrolle und unzählige Spezialistentrupps beschäftigen sich mit nichts Anderem, an jedem Einzelteil ständig produkt- und kostenmäßig zu feilen. So geht's zu – wie gesagt – in der Welt der Automobile! In der Bäckereibranche dagegen bin ich mir nicht immer ganz so sicher, ob sich das, was so alles, zum Verkauf angeboten wird, tatsächlich auch rechnet! Es gibt bestimmt Backwaren, die noch nicht einmal der Mischkalkulation gerecht werden, sondern noch nie auf ihre Herstellkosten überprüft worden sind. Gerade heute, in Zeiten der deutlichen Erhöhung der Rohstoffpreise, sein gesamtes Sortiment um XProzent teurer zu machen, ist immerhin überhaupt eine Reaktion. Aber noch besser, weil viel präziser wäre, wirklich jede einzelne Backware auf ihre Daseinsberechtigung hin zu überprüfen:
Was verbrät genau dieses einzelne Plunderstück an Mehl und Zucker, aber auch an Lohn-, Energie-, Auslieferungs- und-und-und-Kosten? Was muss ich wirklich dafür verlangen? Eine ziemliche Mühe, diese Berechnung für wirklich jeden Artikel durchzuexerzieren. Aber der Bäcker, der diesen Kostendurchblick nicht hat – der die Gewinnspanne seines Artikels 72, Kümmelbrötchen, eben nicht so genau kennt, läuft große Gefahr, beim genaueren Hinsehen darauf zu stoßen, dass jedes dieser Teile mit Minus über die Theke geht.
Informationen:
Telefon 07143 961411
www.us-beratung.de
