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Gegen Betriebsblindheit

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Der ABZ – Tipp der Woche von Ulrich Stöckle

Hand aufs Herz: Läuft man nicht Gefahr abzustumpfen, je länger man eine spezielle Tätigkeit ausführt? Wiederholt man nicht oft nur noch mechanisch seine Aufgabe, weil man sie schon immer so und nicht anders erledigt hat? Muss man nicht zugeben, dass sich dadurch die sogenannte Betriebsblindheit unbemerkt einschleichen kann?

Viel öfter sollte man deshalb bewusst eine schöpferische Pause einlegen und von Zeit zu Zeit überprüfen, ob die jeweilige Tätigkeit noch zeitgemäß, wirtschaftlich und konkurrenzfähig ist. Diese Überlegung empfiehlt sich für alle denkbaren Bereiche. Nehmen wir beispielsweise einmal das Sortiment: Man teste seine eigenen Backwaren immer wieder. Ein erster Indikator sind die Verkaufszahlen: Warum verkauft sich diese Sorte Brot nicht mehr so gut wie im Vorjahr? Was ist passiert? So kann ständig eine „rote Liste“ mit aktuellen Problemartikeln geführt und überwacht werden. Die entdeckten Sorgenkinder können von einem Team aus Vertretern Ihrer Produktion, des Verkaufes und vielleicht sogar der Kundschaft näher überprüft werden. Hat man den Preis unverhältnismäßig erhöht? Hat sich die Optik des Brotes schleichend verändert, entspricht es noch der eigentlichen Idee? Wird bei der Herstellung geschlampt? Führte eine Änderung der Rezeptur zum Rückgang? Das alles kann man optisch testen, oder geschmacklich überprüfen. Dies sollte regelmäßig getan werden. Solche Veranstaltungen verlangen viel Disziplin. Es darf nicht um gegenseitige Schuldzuweisungen gehen. Vielmehr ist eine gemeinsame Stimmung zu konstruktiven Verbesserungen nötig.

Ebenso interessant ist es, zu einer solchen Untersuchung auch die vergleichbaren Artikel der Konkurrenz heranzuziehen. Wie schneiden die eigenen Produkte in einem optischen und geschmacklichen Blindvergleich ab? Wie sehen wir buchstäblich aus gegenüber der Konkurrenz? Sind unsere Artikel besser, gleich oder etwa schlechter als die der Mitbewerber? Wie steht es mit den Preisen? Stimmt das Verhältnis zwischen Preis und Leistung noch, oder sind die Mitbewerber bei gleicher Qualität günstiger? Muss die Produktion dieses Brotes ganz eingestellt werden, weil völlig andere Artikel heutzutage nachgefragt werden?

Es gibt etliche Möglichkeiten, sein eigenes Programm immer wieder objektiv in Frage zu stellen, gegebenenfalls Korrekturen festzulegen und damit sein Sortiment wieder aktueller und erfolgreicher aufzustellen. Nur betriebsblind darf man dabei nicht sein!

Weitere Informationen:

www. ulrich. stoekle@t-online.de

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