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Meinung
Auf dem Bäko Workshop in Hamburg kündigte eine große Hamburgerkette für das Frühjahr 2010 eine neue Offensive zur Eroberung des Frühstücksmarkts in Deutschland an. Und wenn es nicht mit den typisch amerikanischen Produkten klappt, dann eben mit Brötchen, lautete die Kampfansage. Das Bäckerhandwerk war aber schneller und die Kampagne des Zentralverbandes findet nun auch die Unterstützung der Bäkos im Süden – eine starke Allianz, aber noch wichtiger: Die Aktion stieß auf eine tolle Resonanz im Bäckerhandwerk: Rund 2000 Bäckereien beteiligen sich bereits und in 35.000 Kindergärten der Republik lernen die Kleinsten per Brettspiel die Vorzüge des Bäckerfrühstücks kennen. Früh übt sich, was ein echter Brötchen-Esser werden will (siehe Bericht Seite 3). Das Brötchen ist ein unverwüstlicher Klassiker, der Deutschen liebstes Frühstückgebäck, ein Stück Esskultur. Das spielt den Bäckern in die Karten, denn keiner steht mit seinem Namen so für frische Brötchen wie der Bäcker um die Ecke. In dieser Tradition fest verankert muss das Bäckerhandwerk seine Bastion nicht nur verteidigen, sondern Terrain hinzugewinnen. Die Chancen stehen sicher gut, dass sich McDonald's abermals mit den weichen Buns die Zähne am Frühstücksmarkt ausbeißt.
Und weil die Hotellerie mit ihrem gesenkten Mehrwertsteuersatz ja nicht nur glücklich geworden ist – womöglich der eine oder andere Gast das Hotel mit knurrendem Magen verlässt, könnte das dem Bäcker um die Ecke mit Stehcafé ebenfalls in die Karten spielen. Essen on the move, statt zu Hause und jetzt auch nicht mehr im Hotel. Der Trend boomt, nimmt immer weiter an Fahrt auf, und das Bäckerhandwerk ist gut beraten, den Schnellzug nicht zu verpassen. Die Internorga bietet die nächste Haltestation zum Einsteigen.
