Anzeige
Markt & Meinung
Zahlreiche Kollegen machen mobil, damit der Rubel richtig rollt. Der Fahrverkauf kann in der Tat eine lukratives Geschäft sein (siehe Berichte auf Seite 14 und 15). Und in manchen Gegenden ist er die einzig Möglichkeit, sich als Unternehmen über Wasser zu halten und dafür zu sorgen, dass man betriebswirtschaftlich nicht auf der Strecke bleibt. Voraussetzung für den Erfolg sind ein effektiver Tourenplan, nachvollziehbar hohe Qualität der Ware, optimale Sortimentsgestaltung und – im Handwerk häufig ein Fremdwort (Angesprochene natürlich ausgenommen) – Pünktlichkeit. Das Sie das richtige Fahrzeug gekauft haben, setze ich voraus. Wirklich entscheidend ist auf jeden Fall die Verkaufs- und Sozialkompetenz des Verkaufspersonals. Denn schickt man eine Träne auf Reisen, kann das umsatztechnisch zum Heulen sein. Das Fahrgeschäft lebt von Vollblutverkäufern. Das ist Außendienst mit Sozialarbeiterfunktion. Wer hier nicht in gutes Personal investiert, fährt mit angezogener Handbremse in die Sackgasse. Da hilft dann auch das beste Verkaufsfahrzeug nichts. Eines ist jedenfalls klar: Wer meint, an jeder Haltestelle die Backwaren nur bewachen zu müssen, ist fehl am Platze. Die Kollegen von der Wach- und Schließgesellschaft haben im Fahrverkauf nichts zu suchen. Hier geht es – noch stärker als in den Filialen – um den entgegenkommenden, den gewinnenden und Kunden bindenden Auftritt, um das zweifellos vorhandene Potenzial zu nutzen. Denn die steigenden Kosten machen auch vor dem Fahrverkauf nicht halt. Stichwort Spritpreise. Zum Glück ist jetzt die drohende Fahrzeitenregelung mit obligatorischem Fahrtenschreiber ausgebremst worden ( Bericht auf Seite 1). Das wäre ein weiterer Bremsklotz im Geschäft mit der rollenden Ware – und ein kapitaler Schwachsinn. Denn man kann den ambulanten Handel nicht mit dem internationalen Schwerlastverkehr vergleichen und schließlich geht es um die Gewährleistung der Nahversorgung, der künftig noch mehr Bedeutung zukommen wird. In diesem Sinne: Weiterhin freie Fahrt für freie Bäcker!
Ein Bäcker als „Mutmacher der Nation“
Erst ungläubiges Staunen, dann ein befreites Lachen: Uli Klippe konnte sein Glück kaum fassen. mehr...
