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Alte Getreidearten mit Luft nach oben

Die Uni hat 20 bis 30 verschiedene Sorten von jeder Getreideart angebaut.  (Quelle: Universität Hohenheim)+
Die Uni hat 20 bis 30 verschiedene Sorten von jeder Getreideart angebaut. (Quelle: Universität Hohenheim)

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Forschung

Einkorn, Emmer und Dinkel haben ihr Potenzial hinsichtlich Geschmack und Ertrag längst nicht ausgereizt, wie eine Tagung in Stuttgart zeigt.

Stuttgart (abz). Die alten Getreidearten , & erhöhen die Sehkraft, senken Cholesterin und haben ihr Zuchtpotenzial hinsichtlich Geschmack und Ertrag längst nicht ausgereizt. So lauten Forschungsergebnisse, die Saatzucht-Experte Dr. Friedrich Longin von der in Stuttgart gemeinsam mit dem Landesinnungsverband für das württembergische Bäckerhandwerk auf dem am 6. Juli von 13 bis 17 Uhr in Stuttgart vorstellt.

Bei der Feldbesichtigung wird das Getreide bis zu 1,50 Meter hoch auf den Feldern stehen: bräunlich bis schwarz der Emmer, rötlich braun der Dinkel und saftig grün das Einkorn mit seinen fast handlangen Grannen.

20 bis 30 verschiedene Sorten von jeder Getreideart sind in diesem Jahr angebaut. Jede Parzelle hat etwa doppelte Schreibtischgröße. Daneben gibt es einen Spezialversuch, in dem die Parzellen unterschiedlich gedüngt und mit Halmverkürzer behandelt wurden.

Bei der Besichtigung geht Dr. Longin auch auf innere Werte der alten Sorten ein. Vor allem Einkorn enthält bis zu zehnmal höhere Konzentration an cholesterinsenkenden Sterylferulaten, Vitamin E und den Augenschutzstoff Lutein – so eine der jüngsten Forschungsergebnisse der Universität Hohenheim.

Experimentelles Bäcker-Müller-Duo

In Kooperation mit einem experimentellen Bäcker-Müller-Duo plant der Saatgutzüchter derzeit auch einen Mahl- und Backmarathon. Ihr Ziel: die große Bandbreite von Geschmack- und Backeigenschaften der Sortenvielfalt des Urgetreides auszutesten.

„Die Nachfrage steigt seit Jahren und die alten Getreidearten haben ein hohes Marktpotenzial – sie haben aber auch bei Anbau und Verarbeitung ihre Besonderheiten. Man muss wissen, sie zu handhaben“, fasst PD Dr. Longin zusammen. Inzwischen sei die Universität Hohenheim so weit, dass sie bestimmte Sorten und Anbauweisen empfehlen kann. Entscheidende Backkniffe präsentiert Joachim Burkart von der Württembergischen Bäckerfachschule Stuttgart.

Programm: agrar.uni-hohenheim.de/veranstaltungen

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