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Ex-Stauffenberg-Mitarbeiterin klagt erfolgreich

Das Arbeitsgericht beschäftigt sich mit den Kündigungen vieler Stauffenberg-Mitarbeiter. +
Das Arbeitsgericht beschäftigt sich mit den Kündigungen vieler Stauffenberg-Mitarbeiter.

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Wie berichtet klagen ehemalige Mitarbeiter von gegen ihre Entlassung. Eine 35-Jährige wird nun weiter beschäftigt.

Gelsenkirchen (abz). Erneut klagte eine ehemalige Mitarbeiterin vor dem Arbeitsgericht erfolgreich gegen ihre durch die in finanzielle Schieflage geratene Großbäckerei Stauffenberg. Der Arbeitgeber muss sie nun weiterhin beschäftigen. Das berichtet die WAZ. Die 35 Jahre alte Portioniererin erhalte nun ihr gesamtes Gehalt seit Februar zurück. Das Arbeitsgericht sagt: Die Mitarbeiterin, die seit 2004 bei Stauffenberg beschäftigt war, hätte nicht entlassen werden dürfen.

In ihrer Kündigungsschutzklage hatte die 35-Jährige bemängelt, dass die Sozialauswahl nicht ordnungsgemäß zustande gekommen sei. So fehlte beim Vergleich mit anderen Produktionsmitarbeitern der Hinweis, dass die 35-Jährige ein Kind zu versorgen hat. Auch im Interessenausgleich fehlen Angaben über den Sozialstatus der Mitarbeiterin. Der Insolvenzverwalter hatte sich auf Daten verlassen, die auf der Lohnsteuerkarte stehen. Wäre die Frau vor der Entscheidung über ihre bevorstehende Entlassung befragt worden, hätte der Arbeitgeber auch erfahren, dass das Kind auf der Lohnsteuerkarte des Ehemannes eingetragen ist, schreibt die WAZ.

Seit der Kündigung vom 29. Januar zum 30. April hat die Mitarbeiterin keinen Cent mehr gesehen, obwohl ihr zumindest bis Ende April das Gehalt weiter zugestanden hätte. Der Arbeitgeber hatte im Insolvenzverfahren den Produktionsrückgang mit etwa 34 Prozent angegeben. Von neun Mitarbeitern, die als Portionierer eingesetzt waren, ist aber fünf gekündigt worden. Das entspricht einem Anteil von etwa 56 Prozent. Für dieses Missverhältnis fehlte der Arbeitsrichterin die einleuchtende Erklärung. Ob die Entscheidung der Rechtsvertreterin des Unternehmens klug war, auf keinen Vergleich einzugehen, wird sich vermutlich erst in der Berufungsinstanz zeigen. Doch bis die Richter am Landesarbeitsgericht in Hamm ihr Urteil sprechen, muss die 35-Jährige nicht nur weiter beschäftigt, auch das Gehalt seit Februar muss ihr nachgezahlt werden.

Die Kündigungsschutzklagen dreier ehemaliger Fahrer wies das wie schon bei ähnlichen zuvor zurück, schreibt die WAZ.

Richter kritisieren das Vorgehen des Arbeitgebers.
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