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Ex-Stauffenberg-Mitarbeiter klagen

Richter kritisieren das Vorgehen des Arbeitgebers.  (Quelle: Lupo/pixelio.de)+
Richter kritisieren das Vorgehen des Arbeitgebers. (Quelle: Lupo/pixelio.de)

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Entlassungen

Nach der Insolvenz des Großbäckers ziehen Ex-Mitarbeiter vor das Arbeitsgericht. Ihre Entlassungen sind teilweise nicht Rechtens.

Gelsenkirchen (abz). Nach der Insolvenz der Großbäckerei Stauffenberg hatten etwa 100 der einst  mehr als 200 Beschäftigten im April ihren Job verloren. Viele der Entlassenen waren zum Teil seit Jahrzehnten in dem Unternehmen beschäftigt, schreibt die WAZ. Etwa 70 Kündigungsschutzklagen gingen beim Arbeitsgericht Gelsenkirchen ein. Allein in der vergangenen Woche erhielten sechs Kläger Recht. Die Kündigungen, so entschieden die Gerichte, seien unwirksam.

Kritik der Richter

Die Richter bemängelten der WAZ zufolge unter anderem die zu dürftigen Informationen an den Betriebsrat. Auch hätte der Arbeitgeber nicht erläutert, warum entlassene nicht mit anderen, die ihren Job behielten, nicht vergleichbar gewesen seien. Bei gering Qualifizierten ist der Vergleich der Tätigkeit aber zwingend. Auch sei eine Auswahl, die nach Abteilungen vorgenommen werde, nicht statthaft. Das bemängelte weiter, dass sich der Arbeitgeber nicht an die Vorgaben im Interessenausgleich gehalten habe. So seien die Bedarfszahlen an Mitarbeitern, die gebraucht würden, nicht eingehalten worden

Insolvenzverwalter Christoph Niering hatte die Produktion zum 1. April aufgelöst. Vor allem die ehemaligen Fahrer sind sauer. Der Bereich mit 56 Beschäftigten wurde ausgegliedert. Nur wenige Fahrer erklärten sich bereit, in der Nachfolgefirma zu schlechteren Konditionen zu arbeiten, so dem WAZ-Bericht zufolge. 100 Euro sollen sie täglich für ihren Job erhalten, durchschnittlich 3400 Euro wurde ihnen zu Stauffenberg-Zeiten monatlich überwiesen. Mittlerweile tauchen immer mehr ehemalige Mitarbeiter auf, die über Verleiher in dem Nachfolgeunternehmen Stauffenberg Co & KG arbeiten. Das Argument des neuen Arbeitgebers: Durch Lidl als Kunden habe die Produktion in nicht vorhersehbarer Größe zugenommen. Das Unternehmen verkauft Brot- und Backwaren an Discounter. Unter anderem sollen etwa 20 Reinigungskräfte und knapp ein Dutzend Produktionsmitarbeiter über Verleiher beschäftigt sein.

Hintergrund

Die Großbäckerei Stauffenberg gehörte der Ostendorf-Familie und geriet wegen der Müller-Brot-Pleite in Turbulenzen. in Neufahrn gehörte ebenfalls zu . Knapp 500.000 Euro Forderungen musste Stauffenberg wertberichtigen, nachdem Müller-Brot in Schieflage geraten war. Stauffenberg produziert Brot und Brötchen für Discounter.

Das Arbeitsgericht beschäftigt sich mit den Kündigungen vieler Stauffenberg-Mitarbeiter.
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