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Ex-Managern wird der Prozess gemacht

Der Medienrummel zum Prozessauftakt ist beträchtlich. (Quelle: Ried)+
Der Medienrummel zum Prozessauftakt ist beträchtlich. (Quelle: Ried)

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Nach dem Ekel-Skandal: Ehemaligen Geschäftsführern von Müller-Brot GmbH wird Betrug, Untreue und Insolvenzverschleppung vorgeworfen

Landshut (ried). Am Landgericht Landshut hat vor der dritten Strafkammer der gegen die drei ehemaligen Geschäftsführer der GmbH begonnen, darunter der frühere Haupteigentümer Klaus . Den Angeklagten werden Betrug, Untreue, Insolvenzverschleppung und Inverkehrbringens von nicht zum Verzehr geeigneten Lebensmitteln zur Last gelegt.

Alle drei Angeklagten nehmen am ersten Verhandlungstag noch nicht zur Sache Stellung. Für den Prozess sind vorerst zehn Verhandlungstage bis zum 14. Dezember angesetzt. Der nächste Prozesstag ist der 9. November.

Eklatante Hygienemängel

Im Gerichtssaal in Landshut erreicht somit die juristische Aufarbeitung des Müller-Brot-Skandals ihre entscheidende Phase – und das mehr als dreieinhalb Jahre nach dem Hochkochen des Skandals: Am 30. Januar 2012 war die Backwarenproduktion im Müller-Brot-Werk in Neufahrn bei Freising von den zuständigen Lebensmittelkontrollbehörden aufgrund unhaltbarer hygienischer Zustände bis auf weiteres stillgelegt worden – sie wurde nie mehr angefahren. In den Räumen in Neufahrn fanden die Kontrolleure des Bayerischen Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit unter anderem Mäusekot, tote Schaben, Kakerlaken, Motten und anderes Ungeziefer sowie übelriechende schleimige Rückstände in Produktionsmaschinen und hochgradige Verschmutzungen.

Aufgrund dieser gravierenden lebensmittelhygienischen Mängel hat die Staatsanwaltschaft Landshut bereits im Mai 2011 ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Inverkehrbringen von zum Verzehr nicht geeigneten Lebensmitteln eingeleitet. Am 21. Februar 2012 folgte ein weiteres Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts auf Insolvenzverschleppung.

Beide Verfahren führten zu Anklagen, die im nun begonnenen Prozess gemeinsam verhandelt werden. Die Staatsanwälte Jürgen Rohrmüller und Christoph Ritter verlesen im Wechsel die Anklageschriften, was allein über vier Stunden dauert. Der Vorsitzende Alfons Gmelch äußert die Einschätzung, dass er die Anklage wegen Insolvenzverschleppung und Betrug für die schwerwiegendere halte.

Laut den Ermittlungen der Staatsanwaltschaft war die Müller Brot GmbH spätestens am 30. November 2011 zahlungsunfähig. Demnach sollen es die Geschäftsführer gemeinschaftlich unterlassen haben, den Insolvenzantrag rechtzeitig zu stellen. Gegen den Angeklagten Klaus Ostendorf, leitender Geschäftsführer und Mehrheitseigentümer der Müller-Brot GmbH, wird darüber hinaus insbesondere der Vorwurf der Untreue erhoben: Die Anklageschrift führt aus, dass Müller-Brot im Zeitraum von April 2010 bis Januar 2012 an die Gestüt Famos GmbH in Syke-Wachendorf, die sich damals im Alleinbesitz von Ostendorf befunden hat, über 515.000 Euro für angebliche Werbemaßnahmen bezahlt hat, ohne dass dafür eine Gegenleistung erfolgt sei.

Weitere Vorwürfe

Ein ähnlicher Vorwurf richtet sich gegen einen zweiten Geschäftsführer. Er soll knapp 400.000 Euro an die Stadtbäckerei Wotte GmbH in Papenburg überwiesen haben. Der Angeklagte war damals Alleingesellschafter bei Wotte. Dem dritten Angeklagten wird vor allem Betrug zur Last gelegt: Durch „Luftbuchungen“ soll er dafür gesorgt haben, dass die Commerzbank Kredite im Volumen von über 15,5 Mio. Euro gewährte. Der Forderungsausfall beläuft sich auf 11,5 Mio. Euro.

Die ehemaligen Geschäftsführer von Müller-Brot auf der Anklagebank.
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