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Ex-Bäcker freigesprochen

Die Grenzüberschreitung zur sexuellen Nötigung ist nicht immer rechtssicher nachzuweisen.  (Quelle: Fotolia)+
Die Grenzüberschreitung zur sexuellen Nötigung ist nicht immer rechtssicher nachzuweisen. (Quelle: Fotolia)

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Als "lustigen südländischen Typ" erlebten die Verkäuferinnen ihren Kollegen. Eine fand das allerdings nicht so lustig.

Mühlheim (abz). Ein ehemaliger Mühlheimer Bäcker ist vom Verdacht der sexuellen Nötigung freigesprochen worden. Wie die Offenbacher Post meldet, entschied der Richter aber eher nach dem Rechtsgrundsatz "Im Zweifel für den Angeklagten", denn aus Überzeugung.

Der heute 56-jährige Mann soll in einer Filiale einer großen Mühlheimer Bäckerei eine 37 Jahre alte Verkäuferin "zur Erduldung sexueller Handlungen" genötigt" haben. Doch vor bestritt der Beschuldigte die Vorwürfe vehement und stellte sich selbst als Mobbingopfer dar. Wegen seines Alters sei er nicht mehr so leistungsfähig gewesen und seine Personalchefin habe ihn deswegen loswerden wollen.

Die Zeugenvernehmung ergab für den Richter auch kein klares Bild für die Wahrheitsfindung, so die Zeitung. Die Kolleginnen sagten aus, dass der Bäcker einen lockeren Umgang mit ihnen pflegte. Das Begrüßungsküsschen und der Klaps auf den Hintern waren wohl eher die Regel als die Ausnahme. Das nahm ihm wohl insgesamt niemand übel, weil er ein "lustiger südländischer Typ" war und zum Geburtstag auch mal ein Tänzchen mit dem Geburtstagskind hinlegte, wie der Richter zusammenfasste. Und auch die Verkäuferinnen insgesamt fühlten sich als frohes Team, die auch mal dem Bäcker an den Hintern fassten. Die 37-jährige Verkäuferin, die sich belästigt fühlte, beschrieben alle Zeugen als in sich gekehrte Person, die an einem guten Betriebsklima nicht so interessiert war.

Diese unterschiedlichen Einlassungen führten letztendlich zum Freispruch durch Richter Manfred Beck, "wohl wissend, dass der Erforschung der Wahrheit vor Gericht Grenzen gesetzt sind".

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