ABZ - Das Fachportal für Bäcker

EU-Abgeordenter besucht Bäckerei Fiegert

Eurpaabgeordneter Klaus Buchner (links) und Bäcker Paul Fiegert üben Kritik am Freihandelsabkommen.  (Quelle: Buchner)+
Eurpaabgeordneter Klaus Buchner (links) und Bäcker Paul Fiegert üben Kritik am Freihandelsabkommen. (Quelle: Buchner)

Weitere Artikel zu


TTIP

„Das traditionelle Bäckerhandwerk wird leider immer weiter zurück gehen. Der Preis bestimmt“ , prophezeit Klaus Buchner die Auswirkungen des Freihandelsabkommens auf kleinere Bäckereien.

Ottobrunn (abz). Der Europaabgeordnete Klaus Buchner (ÖDP) hat die Bäckerei und Konditorei Fiegert in Ottobrunn besucht. Der Europaabgeordnete weist im Gespräch auf die Gefahren von für das Bäckerhandwerk in.

Der Chef des mittelständischen Unternehmens mit 100 Angestellten Paul Fiegert zählt zu einer der ersten Bäckereien mit Bio-Angebot im Münchner Raum. „Wir werden auf keinen Fall von den TTIP, CETA und TiSA profitieren. Wenn jemand profitiert, dann die Großbäckerei-Industrie, die global ihre Produkte vertreibt“, ist Fiegert sicher. Ein Auszug aus dem Gespräch mit dem Europaabgeordneten Klaus Buchner:

Was verändert sich durch TTIP?

Buchner: Es werden mit großer Wahrscheinlichkeit Backzusatzstoffe aus den USA verwendet.

Was ist dort erlaubt, was bei uns in Deutschland nicht erlaubt ist?

Buchner: In den USA ist man sehr viel großzügiger mit gentechnisch veränderten Organismen, was bei Zusatzstoffen tatsächlich eine Rolle spielt. Nicht nur werden neue Zusatzstoffe, wie zum Beispiel Konservierungsmittel kommen, sondern mit großer Wahrscheinlichkeit wird auch die Kennzeichnungspflicht für Zusatzstoffe aufgeweicht. Das ist vor allem für Allergiker ein Problem, aber auch für die allgemeine Ernährung.

Warum werden die Standards nicht an europäische Standards angepasst, warum an die Amerikanischen?

Buchner: Weil das an der Art und Weise liegt, wie verhandelt wird, es ist weniger ein Gegensatz Europa - USA, als ein Gegensatz Großkonzerne gegen kleine und mittlere Unternehmen. Bei den Verhandlungen sitzen bis zu 600 Vertreter von Großfirmen und deren Lobby-Vereinen am Verhandlungstisch. Die bestimmen die Richtung.

Es gibt aber doch immer noch viele Betriebe, auch Familienbetriebe, welche sich sehr viel Mühe geben und das Geschäft weitergeben wollen an ihre Kinder. Wie wird die Zukunft aussehen für die kleinen und mittelgroßen Bäckereien?

Buchner: Sie werden dem Trend folgen müssen, dass sie vorgefertigte Rohlinge einsetzen und die aufbacken. Es ist anders vom Arbeitsaufwand für den Preis fast nicht mehr zu machen. Das traditionelle Bäckerhandwerk wird leider immer weiter zurück gehen. Der Preis bestimmt.

Überall auf der Welt ist unser geschmackvolles Brot bekannt und auch die große Vielfalt, das müsste doch Nachahmer finden?

Buchner: Die Vielfalt wird geringer werden. Wir hatten ja schon das Problem, dass die EU angesetzt hat, das deutsche Brot zu verbieten, weil sie den Salzgehalt des Brotes so stark verringern wollte, dass es kein Schwarzbrot, Graubrot, etc. mehr geben sollte, so dass es nur noch wie in südlichen Ländern üblich dem Weißbrot entsprochen hätte. Das wird durch TTIP noch verstärkt.

Downloads zu diesem Artikel

  • (PDF-Datei)
Auch interessant

Kehrtwende von Schmidt

Kein Schwarzwälder Schinken mehr? „Wir können nicht mehr jede Wurst und jeden Käse als Spezialität schützen. mehr...

Lesen Sie hierzu auch folgende Artikel:

 

Bisher keine Leser-Kommentare zum Artikel