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Erfolgreich auf Unternehmenskultur setzen

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INTERVIEW

Keine Firma, die erfolgreich sein will, kommt heute ohne eine Unternehmenskultur und eine passgenaue Vision aus. Davon ist Nana Schuchmann überzeugt. Die Diplom-Ingenieurin der Systemanalyse ist seit September 1998 freiberuflich im Bereich „Personal Coaching“ und „Organisationsentwicklung“ tätig. Sie bietet Seminare zu den Themen „Arbeiten mit Herz und Seele“ (für Führungskräfte mit dem Ziel der Selbst- und Mitarbeitermotivation), „Der Kunde sitzt nebenan!“ (kundenorientiertes Denken und Handeln im Unternehmen).

ABZ: Sie propagieren eine kundenorientierte Unternehmenskultur. Was muss man sich darunter vorstellen?

Schuchmann: Ich lasse mich von der Überlegung leiten, dass ein Unternehmen nur so nach außen wirken kann, wie es nach innen hin aufgestellt ist. Ein Unternehmer muss sich über seine Erfolgsstrategie, seine Stärken und Schwächen, seine eigene Persönlichkeit Klarheit verschaffen. Er muss sich fragen, welches Ziel er erreichen will – das Geldverdienen allein genügt nicht. Beim Coaching will der Coach zusammen mit dem Klienten Lösungen finden, die den Rollenanforderungen im Unternehmen gerecht werden und gleichzeitig zur Person passen. Das vollzieht sich übrigens in einem kurzen und abgesteckten Zeitrahmen. Bei diesem Prozess werden persönliche Arbeitsweisen, Gewohnheiten, Sichtweisen und Lebenseinstellungen betrachtet. Die letztlich formulierten Ziele, die entwickelte Vision – sie müssen den Mitarbeitern vermittelt und von ihnen mitgetragen werden. So kann das „Wir“ gestaltet werden und eine Unternehmenskultur entstehen.

ABZ: Ich höre jetzt schon einige Unternehmer sagen, dass man mit diesem Prozess, den Sie da beschrieben haben, kein Geld verdienen kann. Was entgegnen Sie?

Schuchmann: Wir alle müssen Geld verdienen, die Unternehmer müssen Umsätze erzielen und Gewinne machen. Das ist keine Frage. Aber als Unternehmer muss ich doch auch für mich klären, ob das tatsächlich alles sein kann. Ein Unternehmer ist in meinen Augen so etwas wie ein Kapitän auf hoher See. Und ein Kapitän in einer solchen Lage muss seiner Besatzung sagen können, wohin die Reise geht. Schließlich wird das Unternehmen durch die Menschen geprägt, die in ihm arbeiten. Die Mitarbeiter vertreten die Firma nach draußen – und sie holen von draußen viel herein, was das Unternehmen voran bringen kann. Die Beschäftigten sind Multiplikatoren, ob im positiven oder im negativen Sinne. Und es liegt im unternehmerischen Interesse, dieses Potenzial positiv zu nutzen, also die Mitarbeiter wahrzunehmen und in das Unternehmen einzubinden. Ansteckende Begeisterung ist ein wichtiger Bestandteil der Unternehmenskultur.

ABZ: Aus Ihrer Sicht besteht bei vielen Unternehmer starker Nachholbedarf beim Formen einer Unternehmenskultur?

Schuchmann: Das kann man so sagen. Vor allem liegt das nach meinem Eindruck daran, dass Unternehmer oft gar nicht so genau wissen, welche Talente in ihnen schlummern, die sie zu großen Leistungen befähigen können. Mir geht es darum, diese Talente zum Vorschein zu bringen. Der Unternehmer soll sich von Negativdenken befreien und gedankliche Hindernisse beseitigen. Nur dann ist er auch in der Lage, eine individuelle Vision für sein Unternehmen zu entwickeln.

ABZ: Ein Allheilmittel für wirtschaftlichen Erfolg ist eine Unternehmenskultur aber nun auch wieder nicht, oder?

Schuchmann: Nein, sicherlich nicht. Klar ist, dass dieser Prozess des Entwickelns einer Unternehmenskultur seine Zeit braucht. Und klar ist auch, dass Unternehmenskultur keine klingelnden Kassen garantiert. Allerdings erhöht sie die Chancen auf dem Markt erheblich - unter anderem auch, weil die Kosten im Unternehmen gesenkt werden können. Denn engagierte und motivierte Mitarbeiter sind seltener krank. Sie nutzen ihre Arbeitszeit viel gründlicher im Interesse der Firma.

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