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Ein Krimi mit Hoffnung auf ein Happy End

Nachfolgeregelung möglich: Für die Doppelkorn-Filialen besteht Hoffnung. (Quelle: Schild)+
Nachfolgeregelung möglich: Für die Doppelkorn-Filialen besteht Hoffnung. (Quelle: Schild)

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Doppelkorn-Geschäftsführer wegen Insolvenzverschleppung und Bankrott international gesucht

Hannover/Stuttgart (aram). Die Zahlungsunfähigkeit der Bäckerei in Hannover (siehe ABZ 17/17) entwickelt sich immer mehr zum Kriminalstück: Die Staatsanwaltschaft Hannover hat auf Nachfrage der ABZ bestätigt, dass nach dem amtierenden Geschäftsführer Manuel P. europaweit gefahndet wird. Der Vorwurf lautet auf und Bankrott.

Leere Wohnung löst

internationale Fahndung aus

Dem Haftbefehl vorausgegangen war die Durchsuchung mehrerer Objekte des 34-Jährigen, zu denen sowohl Firmen- als auch Privaträume gehörten. „Die Wohnung war komplett leergeräumt“, sagte Oberstaatsanwalt Jürgen Lendeckel. Daher die internationale Suche nach P., mit dem auch das Büro des vorläufigen Insolvenzverwalters gerne sprechen würde. „Der Geschäftsführer ist aber nicht greifbar“, sagte dessen Sprecher.

Der alte Chef steht

in der Pflicht

Der amtierende Geschäftsführer ist auf der Flucht, der alte Chef gerät nach Medienberichten in die finanzielle Pflicht: Manfred Dust (68), der im März seine Doppelkorn-Läden an den Schuh- und Investmentfirmen-Chef Manuel P. (34) verkauft hatte, soll für die Schulden seines Nachfolgers aufkommen. Dabei handelt es sich um Bürgschaften – insgesamt rund 30.000 Euro aus einer Mietbürgschaft und einem Darlehen, dass Doppelkorn unter Dusts Verantwortung vor acht Jahren aufgenommen hatte.

Zuversicht dank starker Marke

und motivierter Belegschaft

Der vorläufige Insolvenzverwalter, Rechtsanwalt Ralph Bünning aus der Kanzlei Schultze & Braun aus Hannover, ist nach Angaben eines Firmensprechers zuversichtlich, „eine Nachfolgeregelung zu finden“. Doppelkorn sei in Hannover eine starke Marke. Der Betrieb verfüge zudem über eine hoch motivierte Belegschaft.

Mitarbeiter hatten nach Abtauchen des Chefs drei Tage lang versucht, eine der Filialen in Eigenregie weiter zu betreiben. Sie hatten in der Nacht gebacken, ohne dafür Lohn zu bekommen. Die Zutaten hatten sie mit ihrem eigenen Geld gekauft. Manche Kunden spendeten etwas für die Mitarbeiter, zeigten so ihre Solidarität.

Sobald das Insolvenzverfahren eröffnet worden ist, „werden wir die Insolvenzgeldbescheinigungen erhalten“, so der vorläufige Insolvenzverwalter. Bei der Zahlungsunfähigkeit eines Betriebs kann die Bundesagentur für Arbeit für die letzten drei Monate vor der Insolvenz die ausstehenden Löhne und Gehälter zahlen.

abz@matthaes.de

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