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Fipronil-Skandal offenbar größer

Frische Hühnereier mit Fipronil-Anteilen wurden vernichtet, aber deren verarbeitete Produkte sind wohl in die  Lebensmittelkette gelangt. (Quelle: Archiv/Kauffmann)+
Frische Hühnereier mit Fipronil-Anteilen wurden vernichtet, aber deren verarbeitete Produkte sind wohl in die Lebensmittelkette gelangt. (Quelle: Archiv/Kauffmann)

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Mit dem Insektengift wurden nicht nur frische Hühnereier kontaminiert - es soll auch in Backwaren gelangt sein.

München (abz). Der Skandal um mit dem Insektengift kontaminierte Eier ist wohl noch nicht vorbei. Einem Bericht der SüddeutschenZeitung (SZ) zufolge sollen offenbar verseuchte Eier in die Lebensmittelkette gelangt sein.

Nachdem im August Millionen von Eiern aus dem Verkehr gezogen worden sind (ABZonline), begannen die Behörden laut der Zeitung einen Test, ob auch eihaltige Lebensmittel vom Fipronil-Skandal betroffen seien. Rund 800 Proben sollen bis Ende Oktober ausgewertet werden, über die Hälfte der Ergebnisse liege nun vor.

Die Bundesregierung teilte mit, dass von knapp 500 Proben mehr als 100 Rückstände von Fipronil enthielten. Jede vierte betroffene Probe liege sogar über dem gesetzlichen Grenzwert. Diese seien häufig in den Kategorien "Vollei getrocknet", "Likör mit Eierzusatz", "Eiersalat" und "Feine Backwaren" vorgekommen.

Experten werfen laut der SZ der Regierung die Verschleierung des wahren Ausmaßes der Affäre vor. Sie würden so durch Messtricks und laxe Auslegungen von Vorschriften Marktrücknahmen und Rückrufe verhindern. Zwar konnten die Unternehmen in einem „stillen Rückruf“ betroffene Waren aus den Regalen nehmen, jedoch wurden Kunden, die die Produkte bereits gekauft hatten, angeblich nicht informiert.

Durch die relativ geringe Dosis des Insektizids Fipronil stellen die belasteten Eier laut Bundesinstitut für Risikobewertung bei normalem Verzehr kein Gesundheitsrisiko dar.
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