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Ditsch: Die Brezelkönige aus Mainz geben Gas

Die vorgegarten Brezelteiglinge laufen über Förderbänder in die Belaugungsanlage, danach geht´s ab in den Schockfroster, wo die Brezel in den Kälteschlaf versetzt werden.+Zur Fotostrecke
Die vorgegarten Brezelteiglinge laufen über Förderbänder in die Belaugungsanlage, danach geht´s ab in den Schockfroster, wo die Brezel in den Kälteschlaf versetzt werden.

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Die Brezelbäckerei Ditsch ist seit Jahren auf Expansionskurs / Neben eigenen Geschäften liegt eine Stärke in der Produktion von Teiglingen

Mainz (kh). Brezel sind gerade im Süden der Republik, aber auch immer mehr nördlich der Main-Linie eines der beliebtesten Produkte aus der Bäckerei. Handgeschlungen, so stellt sich der Verbraucher das aufwendig herzustellende Zunftzeichen der Bäckerei vor. Einer der die Brezelproduktion automatisiert hat, ist Peter , Inhaber der Brezelbäckerei Ditsch mit Produktionsstätten in Mainz und Oranienbaum (Dessau).

Die ersten Brezelschlingmaschinen, die im übrigen vom Maschinenbauer Fritsch in Zusammenarbeit mit den Technikern und Technologen von Ditsch entwickelt wurden, standen im Teiglingswerk in Mainz.

Kontinuierliches Wachstum

„Inzwischen verfügen wir bereits über die dritte Generation von Schlingrobotern mit einer Stundenleistung von mehr als 1.500 Stück. An unseren Linien stehen am Ende gleich mehrere dieser leistungstarken und zuverlässigen Anlagen.

In beiden Werken schaffen wir es so deutlich mehr als 1 Million Teiglinge täglich zu produzieren“, erklärt Verkaufsleiter Frank Keienburg.

Was 1919 als Feinbäckerei vom Großvater Wilhelm Ditsch gegründet wurde, ist heute ein prosperierendes Unternehmen mit mehr als 300 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 72 Mio. Euro. Der Umsatz ist in den letzten Jahren kontinuierlich gewachsen, ebenso wie der Ertrag.

Nahezu alle Investitionen sowohl in Gebäude als auch in die Technik realisiert man größtenteils ohne Fremdkapital. Neben den rund 200 eigenen Filialen, hat sich Ditsch in den letzten Jahren auch zu einem renommierten Teiglingslieferanten für die Bäcker die Gastronomie und den Heimfrostbereich gemausert.

Schwäbisches Rezept

Die Ditsch Brezel ist nach wie vor das stärkste Produkt. Bereits der Firmengründer hatte die Prämisse ausgegeben, die besten Brezel von Mainz zu backen, was ihm offensichtlich auch gelungen ist, anders ist der Erfolg von Ditsch nicht zu erklären. Die Brezel wird in ganz unterschiedlichen Größen angeboten, vom vorgegarten Teigling mit einem Gewicht von 85 g bis hin zur Riesenbrezel mit stolzen 250 g Gewicht.

Dass man nach einem schwäbischen Brezelrezept in Rheinhessen so erfolgreich ist, macht manchen schwäbischen Bäcker wohl ein wenig stutzig, doch der Erfolg der Produkte hängt vor allem auch mit der Form der Distribution zusammen.

Vermarktungskonzept

Ditsch besetzt vor allem Standorte in Bahnhöfen, Einkaufszentren oder in lukrativen Innenstadtlagen.

Man sucht gezielt nach Hochfrequenzstandorten und findet diese auch. Die Brezel ist eigentlich für diese Standorte das ideale Produkt, als kleiner Snack zwischendurch. „Wir haben aber auch ganz andere Produkte im Sortiment, angefangen von Pizzen, bis zu verschieden gefüllten Croissants sowohl im herzhaften, wie im süßen Bereich“, erläutert Keienburg.

Es geht in jedem Fall um Fingerfood und bei Ditsch wird permanent experimentiert und getüftelt. Immer auf der Suche nach neuen innovativen Produkten für die eigenen Shops und die Großkunden. Auch zur iba werden wieder einige Neuheiten präsentiert, die wir in der Vorberichtsausgabe zum Weltmarkt des Backens (ABZ 38) im Detail vorstellen und erläutern werden. Man kann sie natürlich auch auf der iba selbst verkosten und sich so ein Urteil bilden.

Hohe Auslastung

Bei Ditsch ist in der Produktion alles durchrationalisiert. Von der kontinuierlichen Teigbereitung über das Wirken der Teiglinge, das Ausrollen zu Strängen und selbst das Schlingen der Brezel. „Wir arbeiten im Mehrschichtsystem, an vielen Linien sogar rund um die Uhr“, erläutert Keienburg bei einem Rundgang durch das Werk in Mainz.

Hier wird ausschließlich Laugengebäck hergestellt, neben den Brezeln auch Laugenstangen und Laugenbrötchen. Alles was mit im Sinne von Pizzen oder auch Croissants zu tun hat, läuft in der hochmodernen und jüngst erweiterten Produktion in Oranienbaum vom Band. Der zweite Standort im Osten der Republik macht nicht nur aus logistischen Gründen Sinn, in Mainz fehlen am Stammsitz im Gewerbegebiet schlicht die notwendigen Flächen.

Was einmal als Verkauf durch Brezelmänner vor Schwimmbädern und bei Volksfesten begann, hat sich zu einem umsatzstarken Mittelständler entwickelt. Die Laugenprodukte bilden mit einem Umsatzanteil von mehr als 40 Prozent immer noch das Rückgrat im Ditsch-Sortiment. Hier ist man mit weitem Abstand Marktführer und streckt inzwischen seine Fühler auch auf internationalem Terrain aus. Neben dem Vertrieb in Deutschland gehört inzwischen auch der aus der Schweiz zum Unternehmen, hier werden immerhin noch zusätzlich 14 Mio. Schweizer Franken erwirtschaftet. Auch in Großbritanien ist man mit einer eigenen Firma inzwischen am Start. Hinzu kommen Exporte auch über den großen Teich bis in die USA.

Noch viel Handarbeit

Wer jetzt glaubt, dass alles was die Werkshallen bei Ditsch verlässt, nur automatisch hergestellte Ware ist, der wird bei einem Blick in die Werkshalle eines besseren belehrt. „Sondergrößen, Sonderwünsche von Kunden, da legen dann unsere Brezelschlingerinen auch selbst Hand an“, so Keienburg, „eine gute Schlingerin bringt es dabei auf eine Stundenleistung von rund 1.000 Stück.“

Qualität

Die Qualität der Produkte von Ditsch ist hoch. „Wir nehmen auch regelmäßig an Vergleichstests, beispielsweise durch die DLG teil“, erläutert Keienburg weiter. Im Anschluss regnet es dann Medaillen für hervorragende Produktqualität. Bei Ditsch fängt die Qualität bereits bei der Auswahl der richtigen Rohstoffe an. Angefangen von Markenbutter, über hochwertige Basisrohstoffe für Füllungen bis hin zu individuellen Mehlmischungen für einzelnen Linien, ist man bemüht immer ein Top-Produkt anbieten zu können. Nicht ohne Grund ist Ditsch mit beiden Werken IFS (International Food Standard) auf higher Level zertifiziert.

Der Brezelmann von heute ist Marktführer im Geschäft mit Laugengebäcken, aber auch bei anderen Snacks geht Ditsch auf die Überholspur.

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