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diegenuss: Das neue Messekonzept kam gut an
Veranstalter und Mehrzahl der Aussteller mit der neuen Ernährungsfachmesse diegenuss in Wels zufrieden / Bäcker und Konditoren überwiegten

Bei der Theke von Schweitzer Ladenbau präsentieren geradlinige Architektur und schwarzes Glas die Köstlichkeiten in ihrer schönsten Form.
18.000 Besucher wurden erwartet – 15.000 kamen tatsächlich. Trotzdem sprachen sowohl Veranstalter, als auch die Mehrzahl der Aussteller von einem Erfolg des neuen Messekonzeptes.
Aus den bisher vier Fachmessen ÖBA, ÖKONDA, ÖFFA und GASTRO wurde die neue Messe gezimmert. Und zwar in besten Wortsinne, denn die neue Halle 20 ist in imposanter Holzbauweise entstanden. Hier präsentierten sich die Aussteller für das Bäcker- und Konditorenhandwerk. Sie waren sowohl flächenmäßig, als auch von der Anzahl der Aussteller klar den Ausstellern der anderen Branchen überlegen.
Von anderen profitieren
Der Messepräsident, Bürgermeister Dr. Peter Koits, betonte die Bedeutung der Messe als einzige branchenübergreifende Fachmesse: „Die Bäcker, Konditoren, Fleischer und Gastronomen haben hier einen guten Weg und Konsens gefunden, die Fachmessen gemeinsam durchzuführen. Sie bedingen einander. Jeder kann vom anderen profitieren.“ Diese Win-Win Situation für alle Beteiligten verdeutlichte Koits am Beispiel eines guten Frühstücks, zu dem man sich nicht nur Semmeln und Gebäck, sondern auch Schinken und Kaffee wünscht
KommR Heinz Hofmann, Bundesinnungsmeister der Bäcker, und KommR Dr. Paulus Stuller, Bundesinnungsmeister der Konditoren, zeigen sich beide begeistert vom Messezentrum als Rahmen der neuen Fachmesse. Mit 938 eingereichten Produkten von 124 teilnehmenden Firmen aus Österreich und dem benachbarten Ausland beim Brotwettbewerb und 127 Exponaten beim Trüffelwettbewerb waren beide Bundesinnungsmeister stolz auf die heimischen Mitgliedsbetriebe.
Flüssige Rohstoffe verwiegen
Die HTL (Höhere technische Lehranstalt) für Lebensmitteltechnologie in Wels stellte traditionelle Backerzeugnisse umgearbeitet für den modernen Genuss und Geschmack vor. In Zusammenarbeit mit Fachschulen aus Italien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Tschechien und Ungarn wurden regionale typische Spezialitäten gezeigt.
Aber auch die Aussteller waren mit einigen Neuheiten präsent. So hat Hb-Technik auf Kundenwunsch eine Dosiermöglichkeit entwickelt, bei der flüssige und zähflüssige Rohstoffe wie Öl oder auch Aromen automatisch und somit grammgenau verwogen werden können.
Der Wendelsteiner Ladenbauer Aichinger stellte einen Laden aus, der nach der Messe von der Grazer Bäckerei Auer übernommen wird. „Die Idee ist, dass wir mit begrenzten Aufwand immer wieder eine frische Optik erzielen können“, sagt Marketingleiter Dr. Oliver Blank. Bei den Art line-Läden können die Fronten sehr individuell gestaltet und auch immer wieder ausgewechselt werden. „Jeder Kunde kann sein individuelles Design bekommen, dass genau auf seine Erscheinungsbild zugeschnitten ist.“
Die Firma Schweitzer Ladenbau, die sich selbst auch als Ladenmanufaktur bezeichnet, zeigte wieder einige ganz besondere Ausstellungsstücke. Ganz besondere Beachtung fand dabei die geschwungene Konditoren-Theke, die bei der Firma Löw in Geiselhöring eingebaut wird. Hochglanz und klare Linien geben dieser Theke eine hervorragende Wirkung. Ein ganz besonderes Ambiente strahlte auch die Einrichtung für die Firma Kreuter in Mainz aus. Hauptmerkmal dieser Einrichtung ist schwarzes Glas, wodurch die Präsentation der Konditor-Köstlichkeiten ganz hervorragend optimiert wird. Auch hier ist es die geradlinige Architektur, die jeden Schnick-Schnack vermeidet und daher garantiert, dass diese Einrichtung auf viele Jahre modern und aktuell wirken wird
Berliner richtig vermarkten
In die Krapfenwelt entführte der österreichische Backmittelhersteller Backaldrin die Besucher der genuss. Krapfenwelt deshalb, weil aus der Basis-Rezeptur zwölf verschiedene Siedegebäckspezialitäten hergestellt werden können. Backaldrin hat die Grundmischung „Krapfenmix mit Ei“ nochmals deutlich verbessert und präsentierte auch den neuen „Premium Berliner Mix“.
Hergestellt werden können neben den klassischen Krapfen (Berlinern) hieraus als erstes Krapfen mit verschiedenen Füllungen und Dekoren. Eine andere Variationsmöglichkeit ist zum Beispiel, den Krapfen in Form eines flachen Zopfes (Einstrang) aufzuarbeiten. Gefüllt wird er dann zum Beispiel mit Vanille-Dessertcreme.
„Wir wollen den Bäckern aber auch zeigen, wie man Krapfen vermarkten kann“, sagt Backaldrin-Eigentümer Peter Augendopler. Im modernen Bar-Ambiente präsentiert das Unternehmen die Krapfenwelt. Denn heute gehöre der Krapfen schon in vielen Bäckereien zum Ganzjahressortiment. Mit neuen Gebäckideen könne man dies fördern.
Ein anderer Klassiker der österreichischen Konditoreien und Bäckereien ist die Sachertorte. Backaldrin hat hier als Produktneuheit das „Wiener SacherMix“ vorgestellt. Neben Sachertorten können so auch andere Feingebäckspezialitäten wie Schokowürfel, Trüffeltorte, Marmorkuchen oder Blechkuchen, die Schokoböden an Grundlage benötigen, hergestellt werden.
Halbgebackenes vom Bäcker
Um zusätzliche Kundenschichten und auch Zusatzverkäufe zu generieren, bietet Backaldrin nach einer langen Entwicklung die Brotkreation „Bagelino“ an. Die Mischung aus Baguette und Ciabatta wird in der Bäckerei fast fertig gebacken. Anschließend wird das Brot in eine spezielle Tüte zum Verkauf gegeben. Die Kunden brauchen es dann nur noch daheim im Ofen fertig zu backen. Dabei bleibt das Brot in der Tüte. Technisch gesehen eine Besonderheit. „Ihre Kunden bekommen durch das Fertigbacken zu Hause ein frisches, rösches und knuspriges Brot, das jederzeit verfügbar ist“, zeigt Peter Augendopler auf. Die Backanleitung steht natürlich auf der Brottüte. Der Bäcker sollte per Stempel nur noch Hersteller und Haltbarkeitsdatum aufbringen.
diegenuss kommt wieder
Heinrich Worenz, Präsident der IGEBA – Interessengemeinschaft Backen, zeigte sich vom neuen Messekonzepts diegenuss überzeugt: „Bereits ab Messebeginn konnte man feststellen, dass mehr Fachbesucher auf der Messe waren als 2005. Die Fachbesucher haben die Umstellung vom Fachmessekonzept ÖBA & ÖKONDA auf der diegenuss ebenso gut angenommen, wie die zahlreichen Rahmenveranstaltungen, die regen Anklang gefunden haben.“ Vermehrt nutzten auch Fachbesucher aus dem südbayerischen Raum den kurzen Weg nach Wels.
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