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Die Qualität unabhängig prüfen lassen

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INTERVIEW der woche

Toni Bruckmeier ist Betriebsleiter der Landbäckerei Sinz in Durach (Reportage auf Seite 15). Ehrenamtlich ist der Bäcker- und Konditormeister sowie ausgebildeter Betriebswirt des Handwerks als DLG-Prüfer tätig. Gleichzeitig sendet der Betrieb auch jährlich Proben zur DLG-Prüfung.

ABZ: Welche Bedeutung hat die DLG-Teilnahme für die Landbäckerei Sinz?

Toni Bruckmeier: Wir haben dieses Jahr 16 Produkte eingesandt. Das Sortiment reicht von Brot und Semmeln, über Süßgebäcke, bis hin zu Bio-Produkten. Es stehen zwar noch nicht alle Ergebnisse fest, wir wurden aber bereits dieses Jahr für unsere Rosinenzöpfe mit Butter und unsere Nusszöpfe mit jeweils einem goldenen Preis ausgezeichnet. Hinzu kam der „Preis der Besten in Silber 2006“.

Die Teilnahme ist für uns die Chance zur unabhängigen Qualitätsprüfung. Eingeschickt werden nur Produkte aus der Serie. Wir backen nichts extra für die Prüfung. Ich selbst halte mich hier total heraus, denn das Qualitätsbewusstsein muss bei den Mitarbeitern auf allen Ebenen vorhanden sein.

ABZ: Wie nutzen Sie die Ergebnisse der DLG-Prüfung?

Toni Bruckmeier: Natürlich werden unsere Preise für die Werbung genutzt. Hierzu schalten wir zum Beispiel Inserate und zeigen darin die Ergebnisse auf. Die DLG-Prüfung ist in der Bevölkerung ja bekannt.

Zudem schauen wir uns betriebsintern die Prüfergebnisse genau an. Es stellt sich ja auch manchmal die Frage, ob der bei der DLG-Prüfung aufgezeigte Fehler von uns eventuell gewollt ist. So backen wir bewusst manche Brote mit einem sehr kräftigen Geschmack, weil das die Kunden so wollen.

Die DLG-Prüfer zeigen manchmal natürlich auch Fehler auf, die wir nicht erkannt haben. Gerade schleichend einsetzende Fehler werden in den Betrieben wegen der bekannten Betriebsblindheit nicht erkannt. Hier hilft eine neutrale und unabhängige Begutachtung durch die DLG.

ABZ: Welche Erkenntnisse nehmen Sie als DLG-Prüfer mit? Können Sie etwas für ihre berufliche Tätigkeit nutzen?

Toni Bruckmeier: Die Tätigkeit als DLG-Prüfer setzt natürlich eine entsprechende Ausbildung voraus, die auch beruflich genutzt werden kann. Zudem ist eine DLG-Prüfung eine hervorragende Möglichkeit, sich mit Kollegen am Prüftisch und am Abend auszutauschen. Auch diese fachliche Diskussion hilft gegen die Betriebsblindheit. Da bei einer DLG-Prüfung Proben aus der ganzen Republik zusammen kommen, sieht man auch neue Trends und Produktideen. Im Trend sind zum Beispiel nach wie vor mediterrane Backwaren mit Tomaten und Oliven, oder auch spezielle Produkte mit Kräutern.

ABZ: Ihr Betrieb nimmt auch regelmäßig an den Brotprüfungen der Bäckerinnung teil. Wo sehen Sie hier Unterschiede zu den DLG-Prüfungen?

Toni Bruckmeier: Die beiden Prüfungen sind ziemlich identisch, da die Prüfer des Zentralverbandes ja auch DLG-Prüfer sind. Der einzige große Unterschied ist, dass bei den Brotprüfungen der Innungen nur ein Prüfer tätig ist. Bei der DLG-Prüfung sind es drei Prüfer, die ein Produkt unter die Lupe nehmen. Ist man sich nicht einig, werden zum Beispiel bei der DLG-Prüfung auch Säuregrade bestimmt, um das Ergebnis zu bestimmen. (pf)

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