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Die Gleichung geht auf: Gutes Brot steigert Umsatz

Optisch ansprechend präsentiertes und handwerklich bestens hergestelltes Brot wird von Kunden künftig deutlich stärker nachgefragt werden. (Quelle: Archiv/Lenz)+
Optisch ansprechend präsentiertes und handwerklich bestens hergestelltes Brot wird von Kunden künftig deutlich stärker nachgefragt werden. (Quelle: Archiv/Lenz)

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Der ABZ-Branchenmonitor zeigt, dass Konjunkturentwicklung und Verbraucherverhalten der Branche Gewinne bescheren / Die Erwartungen für 2018 sind positiv

Von Reinald Wolf

Unabhängig von den welt- und innenpolitischen Irritationen entwickelt sich die deutsche Wirtschaft recht stabil. Das Jahr 2017 war geprägt durch einen stetigen Wachstumskurs, von dem praktisch alle Marktteilnehmer profitieren – auch die Verbraucher und damit das verbrauchernahe Bäckerhandwerk.

Denn die Einkommenserwartungen und die Anschaffungsneigung sind auf nach wie vor hohem Niveau, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in ihrer aktuellen Konsumklimastudie betont. Sowohl das Konsumklima als auch die Konjunkturerwartungen sind demnach geprägt von Optimismus und insgesamt begründet durch einen zweiprozentigen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts (BIP).

spielt der

Branche in die Karten

Das korrespondiert mit der wirtschaftlichen Entwicklung im Bäckerhandwerk: „Im Wesentlichen ist es in diesem Jahr für die Branche gut gelaufen“, lautet das Fazit von Johannes Kamm.

Der Geschäftsführer des Bäcker- und Konditoren-Landesverbands Berlin Brandenburg geht davon aus, dass das Bäckerhandwerk in seinem Bereich nicht nur von der Konjunktur, sondern auch von der insgesamt gestiegenen Aufmerksamkeit und Wertschätzung fürs profitiert hat.

„Wer diesen erfreulichen Trend mit besonderer Qualität, besonderen Produkten und effektivem Marketing bedient, hat spürbar mehr Zulauf,“ sagt Kamm.

Mehr als zwei Drittel

der Betriebe haben Umsatzplus

Inwiefern das auf die einzelne Bäckerei zutrifft, sei dahingestellt. Tatsache ist, dass 67,9 Prozent der Bäcker in den vergangenen Monaten im Vergleich zum Vorjahreszeitraum Umsatzzuwächse zu verzeichnen haben (siehe Schaubild oben).

Das legen jedenfalls die Ergebnisse des ABZ-Monitors, einer Online-Umfrage in allen Betriebsgrößenklassen und Regionen Deutschlands nahe, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Business Target Group (BTG).

Ein Wert, der im praktisch für den Verlauf des gesamten Jahres steht (69%) und der im Vergleich zur Jahresmitte nochmals deutlich zugelegt hat (55,8%, siehe Grafik auf dieser Seite).

Ob das Weihnachtsgeschäft weitere Impulse gibt, wird sich zeigen. Es laufe jedenfalls sehr anständig, interpretiert Josef Hartmayer die Signale aus dem Markt. Ansonsten könne in diesem Jahr von durchschnittlich bis zu drei Prozent in der Branche ausgegangen werden, meint der Betriebsberater in Diensten des Landesinnungsverbands für das Württembergische Bäckerhandwerk.

Vor allem gute

Einzelbetriebe haben zugelegt

Mit den bisher ausgewerteten Kennzahlen dürfte Hartmayer ganz gut liegen, wie unter anderem Martin Reinhardt bestätigt: „Wir sind mit der diesjährigen Umsatzentwicklung zufrieden. Wir bewegen uns zwischen zwei und drei Prozent Umsatzplus auf bestehender Fläche“, sagt der Inhaber der gleichnamigen Bäckerei mit vier Standorten rund um Knittlingen bei Pforzheim.

Wobei laut unserer Umfrage vor allem Einzelbetriebe zugelegt haben. Rund 40 Prozent der befragten Unternehmer gaben an, in diesem Jahr im Vergleich zu 2016 bis zu 10 Prozent mehr gemacht zu haben. „Es ist auffällig und erfreulich, dass Bäckereien mit einem Jahresumsatz von 1,5 bis 2 Mio. Euro überdurchschnittliche Zuwächse zu verzeichnen haben“, sagt Hartmayer.

Chance und Impulse

fürs Kerngeschäft

Auch Johannes Kamm meint, dass im Moment gerade kleinere Unternehmen vom Trend zu Regionalität, Ursprünglichkeit und handwerklichen Herstellung profitieren dürften. Dass da was gehe, zeige auch der Erfolg von immer mehr Seiteneinsteigern.

Entsprechend optimistisch zeigt sich die Branche insgesamt mit Blick auf die Entwicklung des Kerngeschäfts: 40 Prozent der Unternehmen rechnen künftig mit einem Zuwachs bei Brötchen, 36,9 Prozent bei Broten (siehe Grafik).

Und auch bei den Feinen Backwaren ist in der Branche dezenter Optimismus angesagt. 31 Prozent der befragten Bäcker gaben an, in dem Segment künftig mehr Umsatz zu erwarten.

Weiter Optimismus mit Blick

auf Snacks und Heißgetränke

Der Favorit bezüglich steigender Umsatzerwartungen ist aber nach wie vor das Geschäft rund um Snacks und Heißgetränke. 60,3Prozent beziehungsweise 51,2 Prozent der Betriebe gehen in diesen Bereichen von einem Umsatzplus aus (siehe Grafik auf Seite 10). Was zeigt, dass da noch sattes Potenzial gesehen wird.

Auch Reinhardt ist seit diesem Jahr in dem Segment an einem Standort verstärkt unterwegs – mit anständigen Zuwächsen von 10 Prozent. Allerdings auch mit den branchenspezifischen Widrigkeiten bezüglich Kosten und Personalausstattung.

„Leider wird in vielen Fällen das Umsatzplus in diesem Jahr durch die Kostensteigerungen nahezu aufgefressen“, gibt Josef Hartmayer zu bedenken. Bei den Personalkosten sei ein Plus von 2 Prozent realistisch, beim Materialeinsatz könnten die Steigerungen bei mehr als drei Prozent liegen. Allerdings hätten kleinere Betriebe da einen Vorteil: Sie könnten mit geringerer Kostensteigerung auf bestehender Fläche rechnen.

Laut Umfrage sehen rund 80Prozent der Betriebe die Personalkosten als die Kosten mit der höchsten Steigerungsrate an (siehe Grafik auf Seite 10) – Tendenz weiter steigend, gefolgt von den Materialkosten (16,7%).

Kosten und Personalmangel

belasten die Branche

„In manchen Betrieben Brandenburgs ist auch noch der Mindestlohn ein kostensteigerndes Thema. Auch, weil die Mehrkosten nicht weitergegeben werden können“, sagt Johannes Kamm. Das größte Problem der Branche sei aber, überhaupt Personal, Nachwuchs – und Nachfolger zu finden. Immerhin 67 Prozent der befragten Betriebe sehen das auch so. Personalmangel steht an oberster Stelle bei den negativen Einflüssen auf den Geschäftserfolg 2017 (siehe Grafik auf dieser Seite). Gefolgt von den steigenden Rohstoffkosten (46,4%) und dem Wettbewerbsdruck seitens des Lebensmitteleinzelhandels (34,5%).

Anhaltend gute

Investitionsneigung

Dass trotz dieser Widrigkeiten nach wie vor investiert wird, zeigt, dass die Branche Perspektiven sieht – und hat. Knapp 80Prozent der Unternehmen geben an, in den kommenden sechs Monaten Geld in die Hand nehmen zu wollen, um den Betrieb zu optimieren und zukunftsfähig zu machen.

Auf der Agenda oben steht die Ladeneinrichtung. 41,7 Prozent wollen in diesen Bereich investieren. Aber auch Fortbildung (29,8%), EDV (28,6%), Backöfen (21,4%) und Kältetechnik (17,9%) sind wichtige Investitionsthemen.

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