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Die Auswahl am Abend entscheidet

Sind abends Alternativen in ausreichender Menge geboten, muss es nicht immer das ganz volle Regal sein. (Quelle: Archiv)+
Sind abends Alternativen in ausreichender Menge geboten, muss es nicht immer das ganz volle Regal sein. (Quelle: Archiv)

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Die Entsorgung von Frischwaren zum Ladenschluss kann das Image beschädigen. Ein Drittel der Kunden will aber keine Kompromisse im Angebot eingehen.

Köln (abz). Heutzutage ist die neben den Begriffen „Klimawandel“ und „Nachhaltigkeit“ immer wieder ein Schlagwort in den Medien.

Das zeige sich laut einer des internationalen Marktforschungs- und Beratungsinstituts auch in der Einstellung der Deutschen: 91Prozent – damit fast jeder Deutsche – sind der Meinung, es werden zu viele Lebensmittel weggeworfen. Immerhin 56Prozent nehmen sich häufig vor, weniger Lebensmittel wegzuwerfen. Daraus resultiere eine besondere Verantwortung für alle Beteiligten in der Lebensmittelkette.

Imageverluste durch

Lebensmittelverschwendung

Die Inhalte der Studie „Was am Ende übrig bleibt – Vermeidung von Lebensmittelverschwendung für das eigene Image nutzen“, die in erster Linie den Lebensmitteleinzelhandel wie Supermärkte anspricht, können aber auch auf die Backbranche übertragen werden. Denn Bäcker sind häufig in den Vorkassenzonen der Supermärkte präsent und müssen – vertraglich verpflichtet – bis „volle Regale“ bieten.

Laut Studie kann das Entsorgen noch genießbarer Produkte bei Supermärkten zum Imageverlust führen. Einfach das Angebot zu verringern, sei keine Lösung. Denn wenn Kunden vor allem in den Abendstunden kein ausreichend großes Angebot vorfinden, wandern sie ab.

Attraktivste Käufergruppe will

keine Kompromisse eingehen

Trotzdem will jeder dritte Kunde keine Kompromisse eingehen: 32Prozent sagen, dass sie verärgert sind, wenn zu Randzeiten viele Frischwaren ausverkauft sind.

Doch gerade diese Kundengruppe zählt zu den anspruchsvollen Käufern und ist für alle Lebensmittelanbieter – auch Bäcker – besonders interessant.

Das sind berufstätige Stadtbewohner mit höherem Einkommen. Von dieser Personengruppe geben zwei Fünftel (40Prozent) an, dass sie im Zweifel in Geschäften und Filialen einkaufen, die auch abends noch eine große Auswahl haben.

Um einem Imageverlust vorzubeugen, sollten alle Lebensmittelanbieter, zu denen eben auch die Bäcker zählen, klar Stellung beziehen, dass sie „noch gute“ Lebensmittel nicht wegwerfen. So können Hersteller wie auch Händler die Anspruchsvollen und alle anderen Kunden gleich mit einer guten Nachricht überzeugen. Dabei muss es nicht zwingend die Spende an die Tafeln sein.

Werden nämlich neue Produkte aus älteren Lebensmitteln geschaffen, könnten mehr Alternativen angeboten werden. So würden 82Prozent Produkte von Herstellern kaufen, die Lebensmittel weiterverarbeitet haben. An dieser Stelle sollte die Weiterverarbeitung klar kommuniziert werden, um das Image positiv zu beeinflussen.

Weniger Angebot –

dann Alternativen anbieten

Die Studienergebnisse zeigen ebenfalls, dass sich die anspruchsvollen Abendkäufer auch mit weniger zufriedengeben würden – solange von dem „weniger“ genügend da ist und die Qualität stimmt. Auch sollten die Verkäufer in den Geschäften stärker auf gute und zugleich haltbare Alternativen aufmerksam machen. 41Prozent würden beispielsweise auf die haltbare Variante zurückgreifen, 56Prozent würden auf andere Sorten ausweichen.

Für die Studie wurde auf die 100.000 Datenpunkte umfassende YouGov-Datenbank zugegriffen, für die im Jahresverlauf 70.000 Deutsche kontinuierlich repräsentativ befragt werden.

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