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Der ABZ – Tipp der Woche
Es muss unter uns bleiben, dass ich manchmal als Geheimagent unterwegs bin. Mein Auftraggeber ist dabei allerdings nicht die britische Majestät, sondern die eine oder andere deutsche Bäckerei: In geheimer Mission bin ich für diese unterwegs als Testeinkäufer in den Filialen, getarnt als ganz normaler Kunde.
Sich selbst zu perfektem Verkaufspersonal zu zählen, mit den Kunden richtig umgehen zu können, nett und höflich zu sein – das stellen die wenigsten Verkäufer in Frage. Schließlich möchte niemand ohne weiteres eingestehen, dass er in Wahrheit einen ziemlich schlechten Job macht. Wie man also tatsächlich bei den Kunden ankommt, ob man im rauen Alltag wirklich guten Service praktizieren kann – das steht oft auf einem ganz anderen Blatt! So gesehen haben solche Testeinkäufe ohne Netz und doppelten Boden durchaus ihre Berechtigung. Schließlich fänden wir es auch ziemlich absurd, wenn sich ab dem kommenden Schuljahr alle Schüler nur noch selbst benoten und ihre Zeugnisse eigenhändig ausstellen würden. Viele würden sich einfach die Note „Eins“ ausstellen und sich damit in vielen Fällen völlig falsch einschätzen. So gesehen ist die Regelung, sich nicht allein selbst zu benoten, sondern von einer anderen Person – nämlich dem Testeinkäufer – beurteilt zu werden, nicht ganz verkehrt. Auch Bäckern kann es nicht schaden, ihr Geschäft, ihre Backwaren und ihre Mitarbeiter von Zeit zu Zeit von Testern begutachten zu lassen. Natürlich sollten es wirklich neutrale Beobachter sein, die dem fragenden Bäcker nicht ohnehin alles rosarot schön reden. Wie wäre es deshalb, einfach die eigenen Kunden einmal nach ihrer ehrlichen Meinung zu fragen? Wie aufschlussreich wäre es, sogenannte Testeinkäufer dazu einzusetzen, um den wahren Zustand im eigenen Verkaufsbereich überprüfen zu lassen? Wird jeder ganz „normale“ Kunde wirklich nett begrüßt oder klappt das nur, wenn der Chef daneben steht? Wird wirklich versucht, dem Kunden einen Zusatzverkauf schmackhaft zu machen, oder gibt man die Waren eher widerwillig mit einem genervten „Alles?“ heraus? Ist das Warenangebot wirklich attraktiv oder sieht es eher nach einem heillosem Durcheinander zerzauster Reststücke aus? Und ist die Sauberkeit in der Filiale wirklich vorbildlich, oder vergeht einem bereits beim Zusehen jeder Appetit? Manchmal ergeben sich dabei ziemlich große Diskrepanzen zwischen der erträumten Theorie und dem, was sich in der Praxis tatsächlich abspielt.
Tel. 07143 961411
Internet: www.us-beratung.de
E-Mail: ulrich.stoekle@t-online.de
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In ganz Europa eine Bäckermarke, mit dieser Vorgabe ist Heiner Kamps vor Jahren angetreten, die Branche kräftig aufzumischen. mehr...
