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Des Bäckers Risiko geht an Shop-Betreiber

K&U wirbt auf der Homepage mit eigenem Reinheitsgebot, zum Beispiel bei seinem Kosakenbrot. (Quelle: ABZ-Snapshot)+
K&U wirbt auf der Homepage mit eigenem Reinheitsgebot, zum Beispiel bei seinem Kosakenbrot. (Quelle: ABZ-Snapshot)

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Edeka Südwest plant eine Öffnung der Back-Sparte: Edeka-Filialisten sollen die K&U-Filialen übernehmen

Offenburg (abz). Nach dem Vorbild der Schwesterregion Minden-Hannover denkt wohl auch Südwest darüber nach, die Filialen ihrer Backwaren-Tochter K&U in die Regie der einzelnen Betreiber der Filialen zu übergeben. Mit diesem Vorhaben sind nicht alle einverstanden: Im Topmanagement der Bäckerei gab es bereits einen prominenten Abgang.

Eigene Produktion

und 810 Filialen

Nach Informationen der ABZ-Schwester Lebensmittelzeitung (LZ) will Edeka Südwest, die zweitgrößte der insgesamt sieben Edeka-Regionen, ihren Partnern so einen besseren Zugriff auf die Back-Sparte eröffnen. Die Region verfügt nicht nur über eine Backwarenproduktion, sondern betreibt auch 810 Back-Filialen in den Vorkassenzonen der Märkte.

Edeka hat dies auf LZ-Anfrage zwar nicht bestätigt, es sei jedoch beschlossen, dass ab 2019 die K&U-Filialen sukzessive in die Zuständigkeit der Selbstständigen übergehen.

Geschäftsführer Peter Ganghof, der dreieinhalb Jahre an der Spitze von K&U stand, mochte diesen Weg wohl nicht mitgehen und wird das Unternehmen verlassen.

K&U-Spitze:

Ganghof steigt aus

Ganghof hatte vor seinem Wechsel zu K&U bei Aryzta gearbeitet. Unter seiner Leitung erfolgte 2017 die Rückkehr zur Tarifbindung, aus der K&U 2013 ausgeschieden war. Im Hinblick auf den eklatanten Mangel an Fachpersonal in den Bäckereien galt dies als wichtiger Schritt – wenn auch mit Kosten verbunden.

Back-Sektor erwirtschaftet

rund 300 Mio. Euro

Die Großbäckerei K&U beschäftigt nach eigenen Angaben rund 5000 Mitarbeiter, rund 4000 davon in den Filialen.

Damit dürfte die Back-Tochter der Edeka Südwest mit ihren Trabanten K&U neben der Region Minden-Hannover zumindest im Back-Sektor die wichtigste Rolle im Edeka-Verbund spielen.

K&U erwirtschaftet inklusive der Aufbackbereiche einen Umsatz von rund 300 Mio. Euro. Das geht aus dem letzten Geschäftsbericht der Offenburger hervor. In diesem Bereich konnte Edeka in der Vergangenheit allerdings nicht mehr zulegen. Mit einem Umsatz von insgesamt rund 600 Mio. Euro gilt die Edeka-Gruppe aber immer noch als einer der größten Bäcker Deutschlands.

Zum Wachstum trägt das Geschäftsfeld in den meisten der Regionen seit Jahren nichts mehr bei. Bei fünf der sieben Edeka-Regionen ist die Produktion von Backwaren fest verankert. Der massive Vorstoß der Discounter in diese Warengruppe durch den Einsatz von Bake-Off-Stationen hatte unterschiedlich gravierende Auswirkungen auf die Edeka-Töchter.

Minden-Hannover

zieht Notbremse

Die Region Minden-Hannover zog bereits vor fünf Jahren die Notbremse als sich Verluste so hartnäckig erwiesen und stellte ihre Backsparte – sie läuft unter „Schäfer‘s“ – komplett neu auf.

Edeka vollzog die Trennung von Produktion und Filialbereich und richtete die Bäckereien stärker auf die Herstellung von Teiglingen zur Fütterung der Bake-Off-Stationen aus.

Dass im Anschluss nur ein Teil der Filialen bei den Kaufleuten integriert werden konnten, sehen Experten laut LZ in Zusammenhang mit einem beträchtlichen Investitionsstau in den Filialen.

Um nicht auch in diese Falle zu tappen, investierte der Süd-Westen in den vergangenen Jahren viel Geld in die Sanierung der Shops, die nun in moderner Aufmachung daherkommen.

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