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Der Preistreiber ist immer ...

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Kommentar

Alle Jahre wieder wird es angestimmt, das Hohelied der höheren Preise. Ein schon eingestimmtes Duett zwischen Getreide- und Backwarenanbietern. Dieses Jahr besonders befeuert durch die lang anhaltende Hitze und Trockenheit. Bis zu 30 Prozent weniger Ertrag tönte es seitens der Bauernverbände etwas schrill – mit traurigem Blick auf die diesjährige Ernte. Unterlegt mit dem unvermeidlichen Refrain: Das ist noch lange kein Grund für die backende Zunft, die Backwarenpreise zu erhöhen.

Vielen Dank auch für kalkulatorische Hilfe – und dafür, den Chor der preissensiblen Verbraucher professionell neu einzustimmen – gegen die Preispolitik der bösen Backwarenbranche, die immer nur eines will: die Preise erhöhen.

Kein Wunder, dass da seitens der Backwarenbranche vielstimmig dagegengehalten wird: Bauer bleib auf Deiner Scholle und fall‘ nicht aus der Rolle.

Der Grund für diese eben nicht harmonische Aufführung der Marktteilnehmer ist immer derselbe – unter dem Arbeitstitel: die Chronik einer angekündigten Preiserhöhung.

Jeder ist im Zugzwang, keiner will`‘s gewesen sein. Wobei es nicht okay ist, sich gegenseitig die Schuld dafür zuzuweisen, dass es preislich aufwärts geht. Denn bloße Profitgier will ich keiner Seite unterstellen.

Vor allem das Bäckerhandwerk kämpft mit steigenden Kosten – auch beim Rohstoffeinsatz, der sich wohl nicht so dramatisch auswirken wird wie angekündigt. Trotzdem ist es legitim, die Rohstoffe als Grund für Preiserhöhungen ins Feld zu führen. Nicht nur von Landwirten und Müllern. Als eine Erklärung dafür, dass man als anständiger Bäcker mit Dumpingpreisen nicht überleben kann. Nicht, dass das Ende des Liedes ist: Der Preistreiber ist immer der Bäcker.

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