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Der kluge Bäcker investiert strategisch

Wer investiert, sollte sich überlegen, welche Ziele er damit verfolgt - und dabei Produktqualität und Auslastung der neuen Technik im Auge behalten. (Quelle: Fotolia)+
Wer investiert, sollte sich überlegen, welche Ziele er damit verfolgt - und dabei Produktqualität und Auslastung der neuen Technik im Auge behalten. (Quelle: Fotolia)

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Berater und Steuerexperten sagen, wann, wie und wofür Betriebsinhaber ihr Geld ausgeben sollten

Von Reinald Wolf

Wer nicht investiert, verliert. Dieser Spruch dürfte auch dem Bäckerhandwerk nicht unbekannt sein. Folgerichtig sind zahlreiche Bäcker in Sachen Investitionen am Drücker: Rund 82 Prozent der befragten Unternehmer haben im Rahmen einer ABZ-Umfrage Ende 2016 angegeben, in den kommenden Monaten Geld in die Hand nehmen zu wollen, um das Unternehmen auf Kurs zu halten.

und Fortbildung

stehen im Fokus

Ganz oben auf der Agenda steht dabei der Ladenbau, der für 51 Prozent der Bäcker Priorität hat (siehe Grafik auf dieser Seite). Dass Fortbildung mit fast 40 Prozent an zweiter Stelle steht, zeigt, welch große Bedeutung auch dem Personal beigemessen wird.

„Aus unserer Sicht sind die Rahmenbedingungen für Investitionen derzeit grundsätzlich positiv, der Beschäftigungsgrad ist sehr hoch, die Energiepreise niedrig und die Rohstoffkosten stabil“, sagt .

„Der Investitionsstau

holt einen immer ein“

Der Geschäftsführer des Ladenbackofenherstellers rät, grundsätzlich zu investieren, auch wenn die Rahmenbedingungen möglicherweise individuell nicht zu passen scheinen. „Der Investitionsstau holt einen immer ein.“

„Unsere Empfehlung ist, dort zu investieren, wo man die Qualität der Ware und der Dienstleistung positiv beeinflussen kann: in der Produktion und in der Filiale bei der Ware, in der Filiale bei der Produktpräsentation und der Frische – und last but not least beim Personal, was angesichts der oben angesprochenen niedrigen Arbeitslosenzahlen die größte Herausforderung sein dürfte“, sagt Volker Groos.

Eine genaue Analyse

ist unabdingbar

Entscheidend sei, sich darüber im Klaren zu sein, in welchem Zusammenhang und mit welchem Ziel man investieren wolle, erklärt .

„Viele Bäcker entscheiden nach Bauchgefühl. Aber eine genaue Analyse ist unabdingbar“, sagt der Geschäftsführer der Gesellschaft für Backtechnik (GfB) und Präsident der Vereinigung der Backbranche (VDB). Ob Backöfen, Gär- und Kälteanlagen, Vorteig- und Sauerteig- equipment – Voraussetzung dafür, dass sich eine lohnt, sei eine ausreichende Auslastung der neu angeschafften Technik.

Qualität erhöhen und

Herstellungskosten reduzieren

Ein weiterer wichtiger Punkt: Mit der Investition sollten die Produkt- und Servicequalität erhöht und gleichzeitig die Herstellungskosten gesenkt werden. „Eine Investition muss sitzen und sich nach drei, vier Jahren amortisieren“, sagt Grahn.

Was bei den Anschaffungskosten oft zu kurz komme, sei der Blick auf Anschluss- und Folgekosten, Lieferzeiten, Lieferbedingungen, Wartungs- und Reparaturkosten – und Service. Alles zusammen ergebe die Basis für die richtige Beurteilung.

Handwerkskunst – durch

Maschinen unterstützt

Außerdem gelte es bei Investitionen zu beachten, „dass Handwerkskunst, Individualität und die besondere Qualität im Vordergrund stehen sollte, die durch Geräte und Maschinen unterstützt wird“, betont Hartmut Grahn.

In dem Zusammenhang sei es sehr wichtig, in gutes Personal und Fortbildung zu investieren. Schließlich zeige die Erfahrung: „Mit handwerklichem Können kann man am meisten Geld verdienen.“

„Investitionen sind eine strategische Entscheidung“, sagt auch Berater Uwe Baumann. Dabei müsse es für Bäcker immer darum gehen, das Image und die Qualität zu verbessern und Alleinstellungsmerkmale zu schaffen, bestätigt der betriebswirtschaftliche Berater die Aussagen Grahns.

Weitere wichtige Ziele einer Investition sollte sein, damit Arbeitsbedingungen zu erleichtern und Arbeitsabläufe zu optimieren. „Aber auch eine mögliche Energieeinsparung ist ein Thema – vor allem, wenn es Fördergelder gibt“, sagt Baumann. Ein Muss im Vorfeld einer Investition seien die Nutzwertanalyse sowie eine rechtzeitige Investitions- und Liquiditätsplanung.

Investition am Anfang

oder zum Ende des Jahres?

Zur Frage des Investitionszeitpunkts meint Baumann, dass es gut sei, zum Jahresanfang zu investieren, wenn es wichtig sei, entsprechende Ziele zeitnah umzusetzen.

Für das Jahresende spreche, dass damit noch Spielraum für steuerliche Maßnahmen genutzt werden können.

Grundsätzlich sollten Investitionen nicht nur rein steuerlich motiviert erfolgen, sondern immer betriebswirtschaftlich sinnvoll sein, meint Steuerberater Björn Malig und ergänzt: „Investitionen werden in der Regel zeitanteilig abgeschrieben. Je früher also die Investition in einem Jahr erfolgt, desto höher ist das Abschreibungsvolumen.“

Registrierkassen sind

ein zeitnahes Thema

Maligs Tipp: „Wer bisher keine zukunftsfähigen Registrierkassen erworben hat, sollte in diese investieren.“ Denn im Dezember 2016 habe der Bundesrat dem Gesetzentwurf zum Schutz vor Manipulationen an digitalen Grundaufzeichnungen zugestimmt und verschärfe die Regeln nach und nach.

Fazit.


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Bäcker auf der Messe: 
Die Bereitschaft, in gute Technik zu inverstieren, 
ist nach wie vor hoch.
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