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Der Butterpreis kriegt die Kurve

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Die Notierung für Markenbutter im 25 kg-Karton rutscht deutlich unter die 6-Euro-Marke

Von Dieter Kauffmann

Der Preis für scheint nun den Gipfel überschritten zu haben. Die Notierung für Markenbutter im 25 kg-Karton an der Süddeutschen Butter- und Käsebörse rutschte Mitte Oktober wieder unter die 6-Euro-Marke.

Während der Preis für die geformten 250 g-Päckchen kontraktgebunden vorläufig unverändert auf der derzeitigen Höhe bleiben soll, ist die Butter im 25 kg-Karton in der letzten Oktoberwoche auf 5,20 Euro pro Kilogramm (kg) gesunken.

Als Gründe für die Preisreduzierung werden im Markt ein höheres Angebot und ein stark rückläufiger Konsum genannt. Branchenexperten erwarten einen weiteren deutlichen Rückgang des Butterpreises in den kommenden Monaten.

Preis steigt im Sommer

explosionsartig an

Der ist im Sommer explosionsartig angestiegen. Laut Statistischem Bundesamt kostete das Milcherzeugnis im September rund 70 Prozent mehr als im Vorjahr. Zu Jahresbeginn 2016 notierte die lose Blockbutter noch bei 2,90 Euro/kg und startete dann fast unaufhörlich nach oben (siehe Grafik).

Die Ursachen für das Preishoch am Buttermarkt sind vielschichtig. Einer Information der Zentrale Milchmarktberichterstattung (ZMB) zufolge trifft die Reduzierung der Milchviehbestände deutscher Landwirte in Folge des Preisverfalls der vergangenen Jahre auf eine stärkere weltweite Nachfrage nach Erzeugnissen aus Milchprodukten.

Auch das Wetter in Deutschland spiele in der Summe eine Rolle. Regionale Trockenheit habe für teilweise geringere Futterqualitäten gesorgt, so dass die Fettgehalte der angelieferten Milch gesunken seien. Ergänzend dazu sorge auch die in Teilen der Landwirtschaft begonnene Umstellung auf GVO-freie Fütterung zunächst für Verluste.

Insgesamt wachse die Butterproduktion langsamer als die Milcherzeugung, da mehr Milchfett zu anderen Produkten verarbeitet werde. Dazu kommt, dass zu Jahresbeginn die Butterbestände niedrig waren und aktuell kaum mit einem Ansteigen zu rechnen sei.

Während laut ZMB die Milchimporte in die EU sinken würden, steige die Nachfrage in den USA durch eine verstärkte Verarbeitung von Milchfett in Lebensmitteln.

Viele Bäcker, die qualitätsorientiert Butter als hochwertigen Rohstoff für ihre Feinbackwaren einsetzen, trifft die nach wie vor bestehende Verteuerung besonders hart. Besonders jetzt in der Vorweihnachtszeit ist die Nachfrage nach Butter für Stollen und Keksgebäcken stark gestiegen.

Tagespresse berichtet über

Preisanhebung bei Buttergebäck

„In einen Butterstollen gehört nun mal Butter“, sagte Andreas Schulz der Mitteldeutschen Zeitung. Der Prokurist der Bäckerei Schulz aus Hettstedt (Sachsen-Anhalt) ging in die Offensive und sprach seine Kunden über ein Gespräch mit Journalisten der regionalen Tagespresse an.

In dem Beitrag wurde dargelegt, mit welchen Preisunterschieden die Bäckerei Schulz bei Butter kalkulieren müsse und dass sie keine Alternative zur Preiserhöhung sehe.

Wie viel am Ende erhöht wird, konnte Andreas Schulz der Zeitung noch nicht sagen. Bei einzelnen Backwaren rechne er mit Centbeträgen, bei Produkten mit höherem Butteranteil, wie dem Butterstollen, könne die Erhöhung allerdings auch mit ein bis zwei Euro pro Stollen zu Buche schlagen.

Eine andere Position zur Preiserhöhung infolge gestiegener Kosten für Butter nimmt Hubertus Geiping, Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in Lüdinghausen, im Gespräch mit der ABZ ein: „Ich komme mit der Kalkulation nicht mehr hin.“ Bei Kilopreisen von einem Euro für Margarine und mehr als sechs für Butter, müsse er sich überlegen, ob er auf Margarine setze.

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