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Der Alte will der Neue werden

In der Neufahrner Produktionsstätte soll jetzt wieder gebacken werden. Aber rund 400 Mitarbeiter müssen gehen.  (Quelle: Lehmann)+
In der Neufahrner Produktionsstätte soll jetzt wieder gebacken werden. Aber rund 400 Mitarbeiter müssen gehen. (Quelle: Lehmann)

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Müller Brot: Klaus Ostendorf erhält von Gläubigerausschuss den Zuschlag für die Firma – 680 Mitarbeiter von Kündigung bedroht

München Die Überraschung, aber auch das Entsetzen bei den Mitarbeitern von ist groß. , der frühere Eigentümer der Großbäckerei, will das Unternehmen zurückkaufen, so der Stand bei Redaktionsschluss. Damit sollen 680 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz verlieren. Der Gläubigerausschuss des Unternehmens hat sich einstimmig entschieden, ein Angebot der Investorengruppe um Klaus Ostendorf und den bisherigen Finanzgeschäftsführer Stefan Huhn anzunehmen, wie der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl in München informierte.

Die Übernahme erfolge im Rahmen eines sogenannten Management-buy-outs. Übernommen werden die Immobilien und Anlagen am Standort Neufahrn inklusive der Marken-, Lizenz- und Patentrechte. Einen tiefen Einschnitt wird es bei der Mitarbeiterzahl geben. 151 der 230 Filialstandorte sollen erhalten bleiben, von den 1080 Arbeitern verlieren 680 ihre Beschäftigung. Die von der Kündigung betroffenen Mitarbeiter werden umgehend freigestellt. Die Übernehmer wollen sich außerdem schnellstmöglich um die Genehmigung zur Wiederaufnahme der Produktion bemühen.

Nach der jüngsten Ablehnung der Gesundheitsbehörden waren noch zwei Interessenten übriggeblieben, die sich für die Übernahme des gesamten Unternehmens interessiert hatten: Neben der Investorengruppe um Klaus Ostendorf und seinem ehemaligen Geschäftsführer Stefan Huhn die Münchner Bäckerei Höflinger zusammen mit der Unternehmerin Evi Müller, der Tochter des Firmengründers. Den Zuschlag hatte am Ende schließlich Ostendorf erhalten, hieß es Ende letzter Woche gegenüber der Presse. Wie der vorläufige Insolvenzverwalter Hubert Ampferl weiter mitteilte, steht ein notarieller Kaufvertrag noch aus, soll aber in Kürze geschlossen werden, so der Sachstand bei Redaktionsschluss. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Für viele Müller-Brot-Mitarbeiter ist die Übernahme durch Ostendorf unfassbar. Viele Beschäftigte können nicht verstehen, dass das Unternehmen ausgerechnet von den Personen fortgeführt werden soll, die für die ganze Misere verantwortlich sind und das Unternehmen heruntergewirtschaftet haben. Noch am Morgen vor der Entscheidung waren Hunderte von ihnen gemeinsam mit Vertretern der Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten in einer vor das Bayerische Wirtschaftsministerium und die Staatskanzlei gezogen, um Unterstützung durch die Politik zu fordern. Wirtschaftsminister (FDP) zeigte Verständnis für die Sorgen der Beschäftigten, machte aber deutlich, dass für den Hygieneskandal und die Managementfehler nicht der Steuerzahler einstehen könne. Staatliche Hilfen im Fall von Müller-Brot lehnte er deshalb in aller Deutlichkeit ab.


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