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Dem Verzicht gehört die Zukunft

Weniger ist mehr: Die Bäckerei als Gemischtwarenladen hat ausgedient. Eine gezielte Premiumstrategie mit weniger, aber besten Produkten, verspricht Erfolg. (Quelle: Archiv)+
Weniger ist mehr: Die Bäckerei als Gemischtwarenladen hat ausgedient. Eine gezielte Premiumstrategie mit weniger, aber besten Produkten, verspricht Erfolg. (Quelle: Archiv)

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Um die positive Umsatzentwicklung fortzuführen, raten Experten den Betrieben auch zur Ausdünnung des Sortiments

Von Reinald Wolf

Weniger Betriebe – mehr . Das ist seit Jahren der Entwicklungstrend im . So hat sich die Zahl der Unternehmen laut Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks auch im Jahr 2017 um 390 Betriebe auf 11.347 verringert. Der Gesamtumsatz wurde um 1,7 Prozent auf 14,48 Mrd. Euro erhöht.

„Aus unserer Sicht dürfte das Bäckerhandwerk an das Vorjahr anknüpfen. Das heißt, wir gehen von etwa zwei Prozent Umsatzplus aus“, sagt Norbert Hupe mit Blick auf die ersten Monate des Jahres. Sprich, die verbliebenen Bäckereien sind mit leichtem Wachstum mit anständigem Ergebnis ins Jahr 2018 gestartet, wie der Geschäftsführer der Bäko-Zentrale Nord verdeutlicht.

Zwei Drittel der Betriebe

haben zugelegt

Das legen auch die Ergebnisse des ABZ-Monitors nahe. Bei dieser Onlinebefragung, durchgeführt vom Marktforschungsinstitut Business Target Group (BTG), haben 67 Prozent der Unternehmer angegeben, in den vergangenen Monaten gegenüber dem Vorjahr ein Umsatzplus gemacht zu haben (siehe Grafik). Ein Drittel der befragten Betriebe gab an, umsatzmäßig zwischen 1 und 5 Prozent zugelegt zu haben, knapp ein Viertel lag zwischen 6 und 10 Prozent. Und zehn Prozent der Unternehmen haben laut Umfrage mehr als 10 Prozent Umsatzplus gemacht.

Kleiner Dämpfer und

kein Grund zur Euphorie

Was kein Grund zur Euphorie ist. Denn dem gegenüber stehen knapp 10 Prozent der Betriebe, deren Umsatz gesunken ist – und jene, die nicht mehr am Markt sind.

Ein weiterer kleiner Dämpfer zeigt sich im Rückblick auf den Jahresstart 2017. Da haben immerhin fast 80 Prozent der Betriebsinhaber angegeben, gegenüber dem Vorjahreszeitraum umsatzmäßig zugelegt zu haben.

Leichter Rückgang

beim Konsumklima

Die gesamtwirtschaftliche ist zwar anhaltend gut, aber die Ergebnisse der Konsumklimastudie der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) korrespondieren mit dem leichten Umsatzeinbruch im Vergleich zum vergangenen Jahr: „Die Konjunktur- und Umsatzerwartungen wie auch die Anschaffungsneigung sind auf das Niveau vom Ende des Jahres 2017 gesunken“, heißt es bei den Marktforschern. Darunter leide auch das Konsumklima mit einem leichten Rückgang.

Experten sagen positive

Entwicklung voraus

Wie sich die Konjunktur im Bäckerhandwerk weiter entwickelt, muss sich zeigen. Hoffnung dürfte eine weitere Passage in der Konsumklimastudie machen. „Trotz des Rückgangs schätzen die Verbraucher die wirtschaftlichen Aussichten weiter optimistisch ein.“ Was mit den Prognosen der Wirtschaftsexperten korrespondiere, die eine ähnlich positive Entwicklung wie in den vergangenen Jahren voraussagen.

Umsatzsteigerung

auf bestehender Fläche

Deshalb dürfte es nicht vermessen sein, wenn mehr als 70 Prozent der im befragten Unternehmen in den kommenden Monaten mit weiterem Umsatzwachstum rechnen. Meist auf bestehender Fläche. Denn die Filialisierung gestaltet sich auch aufgrund des grassierenden Personalmangels immer schwieriger.

Ausnahmen sind die die Bäckereien mit 16 bis 25 Filialen. Da sind es 100 Prozent, die von einer Umsatzstagnation ausgehen.

Durchschnittlich um

die 3 Prozent Umsatzplus

„Für uns ist das Geschäft in diesem Jahr ganz gut angelaufen“, sagt Claus Jacob. Der Inhaber der Bäckerei Grünwald (1 Standort) in Veitshöchheim geht von mehr als 5 Prozent Umsatzplus aus.

„Wir haben in den ersten drei Monaten zwischen 3 und 5 Prozent mehr Umsatz gemacht“, sagt Yannik Harms, Juniorchef der Bäckerei Harms (9 Standorte) in Lüneburg. Damit stehen diese beiden Betriebe exemplarisch für erfolgreiche Unternehmen.


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