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Das neue Superfood kommt aus der Kälte

So sieht sie aus, die Haskap-Beere, der gesundheitlich wertvolle Inhaltsstoffe nachgesagt werden. (Quelle: Shutterstock/VeraPetruk)+
So sieht sie aus, die Haskap-Beere, der gesundheitlich wertvolle Inhaltsstoffe nachgesagt werden. (Quelle: Shutterstock/VeraPetruk)

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Eine slowenische Firma will die Haskap-Beere, die ursprünglich aus Japan stammt, ab kommendem Jahr auch nach Europa bringen

Von Alexandra Paesch

Maibeere, Sibirische Blaubeere, Haskap-Beere oder Honigbeere. Die blaue Frucht hat viele Namen. Als neues in Europa gehandelt, soll sie vor allem durch Antioxidantien überzeugen. Die Beere sei reich an Vitaminen A, C, E, Eisen, Magnesium, Phosphor und Kalzium, schreibt das Bundeszentrum für Ernährung.

Dabei ist die Haskap-Beere, wie sie meistens genannt wird, gar nicht so neu: Die Bewohner der japanischen Insel Hokkaido essen die Beere seit mehr als 90 Jahren. In den vergangenen Jahren haben auch Kanadier und US-Amerikaner die Beere entdeckt.

Blüten halten bis

zu minus acht Grad aus

Weitere Variationen der Haskap gibt es in Sibirien und Polen, was ein Beleg für die Robustheit der Pflanze ist. Die Blüten halten bis zu minus acht Grad Celsius aus. „Deutschland ist für Haskap wie Florida“, sagt Logie Cassells, ein Kanadier, der sich viel mit der Beere beschäftigt hat.

Nach der Reifung färbt sich die meist ovale bis eckige Frucht intensiv-blau, was auf den hohen Anthocyangehalt (einem Pflanzenfarbstoff) zurückzuführen ist. Die Pflanze ist dann aber noch längst nicht reif. Bei Haskap handelt es sich um eine Doppelfrucht, die erst nach dem Reifen der inneren Frucht essbar ist.

Das Obst, das wie eine Mischung aus Himbeere, Heidelbeere und Brombeere schmecken soll, kann frisch verzehrt, aber auch zu Saft, Sirup, und Fruchtaufstrichen verarbeitet sowie als Zutat für Kuchen, Eis oder Joghurt verwendet werden.

Auf englischsprachigen Rezeptseiten finden sich bereits viele Rezepte mit der Frucht wie ein Blueberry-Haskap Berry Pie, Eiscreme getoppt mit den Beeren und Haskap-Marmeladen.

Logie Cassells hat außerdem den Haskap-Gin entwickelt – eine Spirituose, die durch ihre intensiv rote Farbe auffällt. Somelio in Hamburg hat seine Idee aufgegriffen und zusammen mit der kanadischen Steinhart-Destillerie Gin kreiert, der über die Website vertrieben wird.

Brennmeister Thomas ist vor 30 Jahren aus dem Schwarzwald nach Kanada ausgewandert und tüftelt seitdem an neuen Rezepturen. „Ich freue mich, meine Produkte bald Interessenten in Europa anbieten zu können“, so Steinhart.

Auch ein slowenisches Unternehmen hat sich mit der Beere beschäftigt. „Wir sahen in der ungewöhnlichen Beere großes Potenzial“, sagt Janja Postruznik von Haskap Ltd.

Zusammen mit dem Professor einer kanadischen Universität, der auf die Beere spezialisiert ist, entwickelten sie große und resistente Früchte mit süßsaurem Geschmack. Haskap Ltd hofft, ab 2019 Verträge mit Einzelhändlern abschließen zu können.

In der Europäischen Union wird die Frucht zurzeit noch nicht angeboten. Nach der Novel Food Verordnung muss belegt werden, dass die exotische Frucht mit anderen Beeren vergleichbar ist und gesundheitlich unbedenklich ist. Die Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit hat die Beere bereits als sicher bewertet.

honeyberryusa.com

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