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Das Brot wächst nebenan

Regionalität sichtbar gemacht: Das Getreide vom Feld dieses Landwirts verarbeiten Bäcker im Umkreis von 50 Kilometern. (Quelle: Schindler)+
Regionalität sichtbar gemacht: Das Getreide vom Feld dieses Landwirts verarbeiten Bäcker im Umkreis von 50 Kilometern. (Quelle: Schindler)

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„Regionalität“ ist für Verbraucher eines der wichtigsten Kriterien beim Einkauf. Was aber macht „Region“ eigentlich aus, um sie erfolgreich ins Betriebskonzept einzubauen?

Aus Verbrauchersicht ist emotionale Intelligenz. Wo harte Richtlinien fehlen, ist es das Gefühl von Heimatverbundenheit, das Kunden zu dem Brot greifen lässt, dessen Herkunft der Bäcker quasi mit dem Einbringen der Saat beim Landwirt seines Vertrauens lückenlos erzählen kann.

Einer von ihnen ist Wolfgang Pfeifle. Der Freiburger Bäcker setzt seit zwei Jahren auf ein Regionalkonzept. Er hat sich für die Erzeugergemeinschaft Kraichgaukorn entschieden, rund 80 Kilometer nördlich von Freiburg gelegen.

Damit bewegt er sich im inneren Kreis dessen, was Verbraucher als Region akzeptieren – nämlich ein Radius von maximal 200 Kilometern. „Was darüber hinaus geht, ist für mich nicht mehr regional“, sagte eine Kundin. Studien belegen diese Sichtweise.

26 Vertragslandwirte bauen Kraichgaukorn seit 27 Jahren zwischen Pforzheim und Heidelberg und gelten damit als Pioniere in Sachen Regionalkonzept. Pfeifle ist einer von rund 40 Bäckern, die dieses Mehl aus praktisch ökologisch angebautem Getreide nutzen.

Dass die Region außerhalb seines Vertriebsgebiets liegt, sieht er nicht so eng: „Mir ist wichtig, zu wissen, wo mein Mehl herkommt und dass ich ,saubere‘ Mehle in zuverlässig hoher Qualität bekomme.“

Dass Regionalität „eines der wichtigsten Merkmale beim Lebensmittelkauf ist“ hat auch die Bundesregierung erkannt und will Projekte wie das „Regionalfenster“ weiter fördern.

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