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Meinung
Der Weihnachtsmann höchstpersönlich nahm sich Zeit, um mit der ABZ zu sprechen
Ein guter Freund des Bäckerhandwerks ist bekanntlich der Weihnachtsmann. Schließlich beschert er den Bäckern alle Jahre wieder zu seinem Fest im Dezember volle Auftragsbücher – eine echte win-win-Situation, da sich sonst keiner an ihn erinnern würde. Der ABZ ist es gelungen, mit dem Weihnachtsmann mal über seine Partner zu sprechen. Und weil seine Stellvertreter auf Erden stets so viele Wunschzettel in Empfang nehmen, durfte sich beim ABZ-Interview jetzt mal der Weihnachtsmann etwas wünschen. Ganz schön viel, was ihm da so am Herzen liegt. Aus seiner Sicht von ganz weit oben sieht er die großen Zusammenhänge wohl besser als die kleinen Probleme.
ABZ: Was wünschen Sie sich vom Bäckerhandwerk?
Weihnachtsmann: Also zuerst einmal: viele, viele Weckmänner, Plätzchen, Zimtsterne, Pfeffernüsse, aber auch Dominosteine von den Konditoren, damit ich meinem Sack nicht mit so vielen Produkten von der Industrie voll packen muss. Oder darf ich Konditoren in der Bäckerzeitung nicht ansprechen, weil die sich noch immer streiten? Also das geht nicht, denn nur brave Kinder und brave Bäcker und Konditoren bekommen etwas vom Weihnachtsmann. Dann fände ich es toll, wenn die Bäko-Nord und die Bäko-Süd fusionieren würden, oder ist das schon passiert? Und ich fände es gut, wenn einige Verbände es der Genossenschaft gleich tun: „Gemeinsam sind wir stark“, heißt doch die Devise, das kann man doch nicht vergessen.
Das sind aber ganz schön viele Wünsche
Weihnachtsmann: Ja und ich habe noch mehr! Da ist doch jetzt dieser Verbund der Fachschulen gegründet worden.
Die Akademie des Deutschen Bäckerhandwerks.
Weihnachtsmann: Ja genau. Die Geschichte mit den Exzellenzen finde ich gut, aber die Schulen müssen da auch alle mitmachen. Und jetzt mein größter Wunsch: Das Bäckerhandwerk hat sich ein Leitbild gegeben, das ist wirklich nicht schlecht. Da ließe sich aber ganz leicht noch eine Schippe drauf legen: Die Handwerksbäcker müssen sich besser definieren, um sich attraktiver präsentieren zu können.
Und was bringen Sie dem Bäckerhandwerk?
Weihnachtsmann: Viele gute Nachrichten: Im Januar 2010 schneit das Tagungsgebäude der EU-Kommission ein und die Beamten werden von den Bäckern der Umgebung mit frischem Brot versorgt. Das überzeugt die Beamten, endlich vom Salzgehalt die Finger zu lassen, weil ihnen das Brot so gut schmeckt. Außerdem lasse ich Sonntagsreden verbieten: Die Politiker dürfen vor Wahlen dem Handwerk nur versprechen, was Sie auch halten.
Wie soll das denn gehen?
Weihnachtsmann: Ganz einfach: Wer wortbrüchig wird, muss zeitlebens bei McDonald's frühstücken – Also wohlgemerkt: mit den Produkten von heute.
Und weil es ja jetzt sogar Bibelbrot gibt, habe ich noch ein extra Geschenk für die Bäcker: Sie alle dürfen einen Augenblick in den Backmarkt 2015 blicken – ein riesiger Wettbewerbsvorteil.
Weil die Bäcker dann wissen, was sie heute schon tun müssen?
Weihnachtsmann: Nein, weil Sie dann Mut bekommen, in die Zukunft zu investieren.
So rosig sieht es aus?
Knecht Ruprecht: Moment, da muss ich aber auch was dazu sagen: Da gibt es nämlich ein paar schwarze Schafe in der Branche zu tadeln, die keine anständigen Löhne zahlen und so dem Zentralverband und dem Bernd Kütscher die Nachwuchskampagnen verderben: Die Kids wissen sehr wohl, was sie als Azubi und später als Geselle oder Meister verdienen. Ohne vernünftige Löhne nützt das ganze Image nichts und ohne neue Bäcker kommen nämlich die Betriebe gar nicht bis ins Jahr 2015. Aber so weit müssen sie es ja nicht kommen lassen.
Vielen Dank für die himmlischen Perspektiven. Sind Sie einverstanden, dass wir das Gespräch in der ABZ veröffentlichen?
Weihnachtsmann: Aber ja, wir im Himmel sind es gewöhnt, die Dinge beim Namen zu nennen.
