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Dank Datenspeicherung stets korrekt Kasse machen

Manipulation ausgeschlossen: Ab sofort ist es Pflicht, dass Kassen alle Eingaben lückenlos aufzeichnen. (Quelle: Archiv/Wolf)+
Manipulation ausgeschlossen: Ab sofort ist es Pflicht, dass Kassen alle Eingaben lückenlos aufzeichnen. (Quelle: Archiv/Wolf)

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Umrüstung elektronischer Registrierkassen für Aufzeichnungen gegen Manipulationen ist Pflicht / Zertifizierte Sicherheitstechnik ab 2020

Berlin (abz). Seit Beginn dieses Jahres müssen elektronische Registrierkassen sämtliche Vorgänge lückenlos aufzeichnen. 2020 kommt noch eine zertifizierte Sicherheitstechnik verpflichtend hinzu: Der Bundesrat hat das gegen Steuerbetrug an Ladenkassen Ende 2016 verabschiedet.

„Bereits getätigte Investitionen in neue Kassen werden aber durch eine Übergangsregelung bis Ende 2022 in weiten Teilen geschützt“, so Friedemann Berg, Geschäftsführer und Justitiar des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks (ZV).

Bürokratische Mehrbelastung

und Zwang zur Investition

„Das Gesetz führt für Bäckereien zu bürokratischen Mehrbelastungen und zu Investitionen in die Kassen“, sagt ZV-Präsident . Es greife aber mehrere wichtige Forderungen des ZV auf, die zusammen mit anderen Verbänden an die Politik adressiert worden waren.

Eine allgemeine Pflicht, elektronische Registrierkassen zu verwenden, sei nicht in das Gesetz aufgenommen worden, so Wippler. Außerdem seien verschiedene Ausnahmen vorgesehen, die einer Belastung der Betriebe entgegenwirken sollen. Das gelte etwa für die Einzelaufzeichnungs- oder die Bonausgabepflicht.

Dennoch sei Vorsicht geboten: „Verstöße können schon ab 2017 richtig teuer werden, es sind zunächst Bußgelder bis 5000 Euro, ab 2020 sogar bis zu 25.000 Euro vorgesehen“, warnt Wirtschaftsprüfer und Steuerberater Malte Thalemann von der LKC-Gruppe.

Die sogenannten Grundaufzeichnungen der Kassensysteme müssten einzeln, richtig, vollständig, zeitgerecht und geordnet auf einem Speichermedium für zehn Jahre verlustfrei gesichert werden können.

Offene Ladenkassen

sind weiter erlaubt

„Für offene Ladenkassen als rein manuelles System gelten die Änderungen nicht, da es sich hierbei nicht um ein elektronisches System handelt“, ergänzt der Experte. Michael Wippler bestätigt: „Es ist möglich, auf Wochenmärkten offene Ladenkassen zu verwenden, für die allerdings strenge Vorgaben der Finanzverwaltung zu beachten sind.“ Elektronische Registrierkassen jedoch, die oftmals nicht für Einzelaufzeichnungen geeignet sind, sollten bereits ersetzt oder angepasst worden sein.

In drei Jahren gelten

verschärfte Auflagen

Die ab 2020 notwendige zertifizierte technische Sicherheitseinrichtung hat aus drei Teilen zu bestehen: einem Sicherheitsmodul, einem Speichermedium und einer digitalen Schnittstelle. „Das Sicherheitsmodul gewährleistet, dass Kasseneingaben ab Beginn des Aufzeichnungsvorgangs nicht mehr unerkannt manipuliert werden können“, so Malte Thalemann.

„Die digitale Schnittstelle ermöglicht eine reibungslose Datenübertragung für Prüfungszwecke.“ Denn ab 2020 könne das Finanzamt ohne vorherige Ankündigung eine Kassennachschau durchführen.

Präsident Wippler sieht in dem Ganzen auch einen Vorteil: „Wer künftig Kassen ordnungsgemäß einsetzt, erhält mehr Rechtssicherheit im Rahmen von Betriebsprüfungen.“

Zum fünften Mal hat der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks einen Tag des deutschen Brotes organisiert.
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