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Coppenraths Handelsmarken bleiben

Coppenrath verkauft derzeit 40 Prozent der Produktion unter Handelsmarken.  (Quelle: Coppenrath)+
Coppenrath verkauft derzeit 40 Prozent der Produktion unter Handelsmarken. (Quelle: Coppenrath)

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Übernahme

Dr. Oetker opfert für den Tiefkühlhersteller ein Geschäftsprinzip. Als einziges Unternehmen darf die Konditorei an ihrem Handelsmarkengeschäft festhalten.

Osnabrück (abz). opfert für Coppenrath & Wiese ein Geschäftsprinzip: die Tiefkühlkonditorei darf als einziges Unternehmen des Konzerns weiterhin Handelsmarken herstellen. Das schreibt die Lebensmittel Zeitung (LZ). 16. Mio. Euro investiert der neue Eigentümer umgehend in größere Produktionskapazitäten, meldet das Branchenblatt. Dass die Kaufverhandlungen mit Oetker sich über zehn Monate hingezogen haben, hat wesentlich mit der großen Bedeutung des Handelsmarkengeschäfts für die Conditorei Coppenrath & Wiese zu tun: Der absolute Marktführer vermarktet tiefgekühlte Torten und Backwaren längst nicht nur unter eigenem Namen, rund 40 Prozent der Produktion werden unter Handelsmarken verkauft. Der Wunschpartner Oetker ist bekannt dafür, dass er für alle seine Unternehmen jegliche Herstellung von Handelsmarken ablehnt. Allenfalls für eine Anpassungszeit wurden solche Geschäfte geduldet, so die LZ.

Bei Coppenrath & Wiese, so fürchteten Geschäftsführung und Betriebsrat, hätte der Verzicht auf alle Handelsmarken viele Arbeitsplätze gekostet, vielleicht sogar die Schließung eines der beiden Produktionsstandorte in Osnabrück und Ibbenbüren nach sich gezogen. Wohl auch um solche Bedenken zu zerstreuen, gab die Familie Coppenrath im Sommer vorigen Jahres eine Beschäftigungs- und Standortgarantie ab. Obwohl die bisherigen Eigentümer in den Verhandlungen danach immer Oetker den Vorrang einräumten, war noch im Dezember nicht sicher, ob die Einigung an diesem Knackpunkt scheitert.

Die gefundene Lösung sieht so aus, dass Oetker der neuen Tochter größtmögliche Selbstständigkeit gewährt und dazu gehört auch, weiter Handelsmarken herzustellen, wie Richard Oetker bei der Betriebsversammlung erklärte. Der Konzernchef bekräftigte die Beschäftigungsgarantie und sprach auch der Geschäftsführung sein Vertrauen aus.

Verstärkte Internationalisierung, so Oetker, solle zu Wachstum führen. Die Präsenz der Bielefelder auf 40 Auslandsmärkten werde genutzt, um die Produkte von Coppenrath & Wiese „in so viele Länder wie möglich zu tragen.“ Und noch eine positive Botschaft brachte Richard Oetker mit: Der vielfach beklagte Investitionsstau wird umgehend aufgelöst. Im ersten Schritt wird für 16 Mio. Euro die Kapazität der Brötchenherstellung erweitert und dazu die Produktionsfläche um 15 000 qm erweitert. Von der Inhaberfamilie erschien niemand mehr in Ibbenbüren. „Die Entscheidung zum Verkauf ist uns nicht leicht gefallen“, zitiert die LZ eine schriftliche Mitteilung Brigitte Coppenrath, die Witwe des Firmengründers mit dem kleinsten Gesellschaftsanteil. Die endlosen Verhandlungen darüber haben den Riss durch die Familie anscheinend nicht gekittet. Die Kaufsumme wird nicht genannt.

Oetker ist Marktführer für Tiefkühlpizza, aber in den Markt für tiefgekühlte Torten, Kuchen und Backwaren tritt er ganz neu ein. Mit der Erlaubnis des Kartellamts wird daher gerechnet.

Die Schlacht um Coppenrath & Wiese ist geschlagen. Die Familie entscheidet sich zum Verkauf.
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