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Chance auf mehr Jobs

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Weniger Sozialbeitrag könnte Arbeitsstellen schaffen

Die Absenkung der Sozialversicherungsbeiträge um einen Prozentpunkt könnte längerfristig im besten Fall 150.000 neue Jobs bringen. Zu diesem Ergebnis kommen Berechnungen des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB). Dabei wurden 3 Finanzierungsalternativen angenommen: Einsparungen bei den Staatsausgaben, Anhebung der Mehrwertsteuer oder Einführung einer Kopfpauschale. Nach Ansicht der Nürnberger Arbeitsmarktforscher kann aber der Abbau von Lohnnebenkosten alleine die Beschäftigungskrise auf keinen Fall lösen.

Bei allen Finanzierungsmodellen hängt die Wirkung der Beitragssatzsenkung auf den Arbeitsmarkt entscheidend von der Reaktion der privaten Nachfrage ab. Vor allem bei der Finanzierung über Ausgabenkürzungen besteht die Gefahr, dass die Gesamtnachfrage sinkt, was zunächst Beschäftigungsverluste mit sich brächte. Erst längerfristig würde dann die Kostenentlastung der Unternehmen ihre Wirkung zeigen und die Beschäftigung wieder zunehmen. Sowohl bei der Ausgabenkürzung wie auch bei der Finanzierung über eine Anhebung der Mehrwertsteuer wäre angesichts der konjunkturellen Lage nach Ansicht der IAB-Forscher durchaus denkbar, die Finanzierungsmaßnahmen erst nach einem Jahr beginnen zu lassen. Das würde zwar eine kurzfristige Kreditfinanzierung erfordern, müsste aber keine langfristige Erhöhung der Staatsverschuldung nach sich ziehen.

Wird zudem die Abgabensenkung von Unternehmen und Konsumenten als eine Art Aufbruchsignal aufgefasst und weiten diese ihre Nachfrage nach Verbrauchs- und Investitionsgütern zusätzlich aus, besteht die Chance, den anfangs möglicherweise auftretenden Nachfragerückgang schneller zu kompensieren.

Eine wichtige Voraussetzung für den Erfolg der Beitragssenkung sei eine unterstützende Lohnpolitik. Die Beschäftigungsgewinne fallen umso höher aus, je weniger die gesunkenen Beitragszahlungen und die gestiegene Mehrwertsteuer oder die Einführung der Kopfpauschale dazu führen, dass höhere Löhne durchgesetzt werden.

Ralf-Jürgen Keller interpretierte betriebswirtschaftliche Zahlen und Fakten zum Markt.
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