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EU-Vorgaben
Gelten die EU-Backwarenstandards auch in Bulgarien, sind die dortigen Brotfabriken gefährdet. Mit weitreichenden Folgen für die Bevölkerung, der nicht gerade optimale Qualität aufgetischt wird.
Sofia (age). In Bulgarien müssten bis zu 60 Prozent der Brot- und Backwarenunternehmen schließen, falls die Backwarenstandards der Europäischen Union für den Balkanstaat verpflichtend werden sollten. Das zumindest schätzen die Wirtschaftsredakteure von BNR-Radio Bulgarien auf der Basis einer von ihnen durchgeführten Recherche über die Branche. Die Zahl der Brotfabriken und privaten Bäckereien in Bulgarien, die noch selbst Brot herstellen, beläuft sich dem Bericht zufolge auf annähernd 6000.
Von ihnen dürften nur 2400 in der Lage sein, die erforderlichen Modernisierungsinvestitionen umzusetzen, so BNR-Radio Bulgarien. Aufgrund der zusätzlichen Kosten für Investitionen seien die Brotpreise bereits angehoben worden. Hinzu kämen noch die höheren Weizen- und Energiepreise. Deshalb würden Brot und Backwaren von Tag zu Tag teurer, beklagen die Wirtschaftsredakteure.
Laut ihren Angaben lag der durchschnittliche Pro-Kopf-Tagesverbrauch an Brot und Backwaren in Bulgarien zuletzt zwischen 300 und 400 g. Dem Nationalen Statistikinstitut (NSI) in Sofia zufolge belief sich der mittlere Pro-Kopf-Verbrauch von Brot und Teigwaren im Jahr 2009 auf 110 kg.
Der moderne Trend, ständig neue Brotsorten zu entwickeln und auf den Markt zu bringen, habe in den vergangenen Jahren auch Bulgarien erreicht. Habe es in den Jahren des Sozialismus hauptsächlich Weizen- und Roggenbrot gegeben, würden heute bis zu 300 verschiedene Brotsorten vermarktet. Fachleute bemängelten jedoch die Qualität des Brotes und die Hygiene in den Bäckereien.
Wort zum Sonntag
Manchmal fragen mich Bäcker nach meiner Einschätzung, ob sie ihr Geschäft sonntags öffnen sollen – ja oder nein! Man braucht kein Psychologe zu sein, um zu spüren, dass dahinter keine Begeisterungswellen stehen, nun auch noch den letzten Ruhetag der Woche auf dem Altar des Konsums opfern zu müssen. mehr...