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Brot und Backen erzählen zwei Titelgeschichten

Brot für die Titelseiten. (Quelle: Wolf)+
Brot für die Titelseiten. (Quelle: Wolf)

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„Stern“ und „Falstaff“ nehmen sich des Themas polarisierend und genussorientiert an – als Chance für Eigenwerbung guter Bäcker taugen beide

Von Arnulf Ramcke

Das vom guten Brot“ titelt der seine Ausgabe der vorigen Woche, den „Brot-Boom“ hat das Feinschmeckermagazin Falstaff in seiner jüngsten Ausgabe ebenfalls titelwürdig ausgemacht.

Keine Frage: ist in. Genauer: Handwerkliches Können und deren Ergebnisse rund ums Kneten haben beider Redaktionen Hoffnung genährt, dieses Thema sei dem geneigten Leser den Kaufpreis wert.

Auf reißerischen Titel

folgt ein lesenswerter Bericht

Wobei der „Stern“ der Überzeugungskraft der reinen Brot-Lehre wohl nicht so ganz traut und mit dem Titel-Zusatz „Von der Backkunst zum Industrieprodukt“ Erwartungen auf Enthüllungen investigativem Niveaus zwischen Müllerbursch‘ und Reagenzglas vorgibt zu erfüllen.

Tatsächlich springt die Geschichte damit als Reißer los, um als fein gemahlener Zustandsbericht eines Autoren mit tiefer Verbeugung vor echtem zu informieren.

Französische Köche

scheitern am Brotvergleich

Dass sich beim als „Großer Test“ angekündigten Vergleich von Bäcker- und Discounterbrot ausgerechnet zwei französische Köche mümmelnd versuchen und krachend scheitern, ist nicht mehr als der überflüssige Griff ins Zutatenregal.

Wie der vieler Bäcker. Und genau darum geht es in dem Haupttext: Wie backen Deutschlands Bäcker – und vor allem, mit was backen sie?

Da kommt der Vorsitzende des Zentralverbandes ebenso zu Wort wie Großfilialist Peter Görtz, Getreidezucht-Spezialist Friedrich Longin (siehe auch S. 15) und Bäcker Arnd Ebel. So geht ausgewogene Recherche. Das Fazit informiert den Verbraucher darüber, dass fast alle Bäcker mehr und weniger stark ihren Teig mit Angeboten der Backmittelindustrie „tunen“.

„Ich stimme

dem Inhalt zu“

„Ich habe den Bericht gelesen und kann die ganze Aufregung darüber nicht verstehen“, sagt Sebastian Däuwel von den Brotpuristen in Speyer. „Der ist gut recherchiert. Und ich stimme dem Inhalt zu.“

Was der „Stern“ publiziert hat, „ist eine Supervorlage für Bäcker, verstärkt auf Transparenz zu setzen. Er kann den Bericht zum Anlass nehmen, seinen Kunden zu erklären, wie er sein Brot backt“, so Däuwel weiter.

Er halte es hingegen für wenig zielführend, jetzt über den „Stern“ zu schimpfen. Vielmehr müsse die Botschaft lauten: „Ja, so wie da beschrieben, ist es, aber wir sind auf dem Weg der Besserung.“

Deutlich weniger gut auf das Nachrichtenmagazin zu sprechen ist Bernd Kütscher, der Leiter der Akademie Weinheim: „Die Erfahrung lehrt, dass ein solcher Bericht am Markt kaum Auswirkungen hat. Die Headline ,Das Märchen vom guten deutschen Brot‘, das pauschal als ‚Blendwerk‘ bezeichnet wird, ist aber auch nicht förderlich.“ Er wundere sich über die mangelnde Seriosität des „Stern“.

Zentralverband schreibt

an Chefredakteur

Kütschers Arbeitgeber, der Zentralverband mit Sitz in Berlin, wählt gar den Weg eines offenen Briefs an den Chefredakteur des Sterns. Darin schreiben Präsident Michael Wippler und Hauptgeschäftsführer Daniel Schneider von schlechter Recherche, reißerischer Überschrift, von methodisch „höchst fragwürdiger Auswahl von Zitaten“. Der Bericht sei an populistischen Verallgemeinerungen, unzulässigen Schlussfolgerungen und oberflächlichen Behauptungen kaum zu überbieten. Eine bessere Werbung für sein Heft kann sich der „Stern“ schwerlich wünschen.

Unter der Sichtweise Polarisierung deutlich weniger sauer stößt der Bericht im Magazin „Falstaff“ auf. Er erzählt das Hohelied von Bäckern wie einem Sebastian Däuwel oder einem Max Kugel (siehe S. 25), die nicht nur über Qualität erzählen, sondern sie auch herstellen, sie zelebrieren.

Eine Form der

Kundenbefragung

Wie richtig beide damit liegen, belegt gerade die Tatsache, dass ein wie „Falstaff“ diese Entwicklung aufgreift und sie als richtungsweisend ausmacht. Eine preiswertere Kundenbefragung hätte kein Bäcker in Auftrag geben können.


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