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Brot muss 20 Euro kosten

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Brot muss 20 Euro kosten

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Kolumne

Neulich philosophierte ich mit einem Bäcker über die Wertschätzung der für seine Branche. Das Ergebnis zeigt eindeutig, dass es um nicht gut bestellt ist. Die Leute geben für das 101. Paar Schuhe oder den brandaktuellen Fernseher ihr Geld aus. Sie können gar nicht mehr anders, als bei den Lebensmitteln zu knausern. Ein Liter Öl für das Auto kostet 19,95 Euro? Ein Schnäppchen! Für den eigenen Körper gönnt man sich dann ein Öl für höchstens 79 Cent im Supermarkt. Was ist das nur für eine verkehrte Welt!

Erlaubt sich der Bäcker, den für ein Brötchen von 30 auf 35 Cent zu erhöhen, verwünschen ihn seine Kunden und laufen zum nächsten Discounter. Dieselben Menschen legen für das neue Ipad mit Begeisterung 659 Euro auf den Tisch. Kann man den Verbrauchern nicht vor Augen führen was wichtiger ist? Sind es Lebensmittel, Designerschuhe oder Elektronikartikel?

Was würden die Leute sagen, wenn Bäcker während eines Embargos vier Wochen lang keine Backwaren anbieten würden? Was würde passieren, wenn man danach alle Brötchen auf 5 Euro und jedes Brot auf 20 Euro verteuern würde, um für Backwaren einen angemessenen Preis zu etablieren?

Heute machen dünne Margen den Bäckern das Leben schwer. Sicherlich ist Leidenschaft für den Beruf wichtig und Geld nicht alles, aber wenn die Entlohnung für Bäcker und Verkäuferinnen mager ist, dann sinkt die Wertschätzung für die Branche - Berufseinsteiger suchen sich Alternativen. Man kann nur hoffen, dass bald eine Zeit kommt, in der Lebensmittel ihren Preis haben. Die Beschäftigten der Lebensmittelbranche sind dann mindestens so angesehen wie Schuhdesigner oder Handy-Anbieter.

Informationen:

Tel. 0160 99111287

www.baeckerei-beratungen.de

In den Betrieben der Lebensmittelverarbeitung läuft es zurzeit rund.
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