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Branche gerät zunehmend unter Druck

Ein Grund für die Schwäche der Ernährungsindustrie: Die Nachfrage sinkt. (Quelle: Darius Ramazani/Zentralverband)+
Ein Grund für die Schwäche der Ernährungsindustrie: Die Nachfrage sinkt. (Quelle: Darius Ramazani/Zentralverband)

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Ernährungsindustrie

Die Bilanz der zurückliegenden Monate fällt ernüchternd aus: Die Lebensmittelwirtschaft wächst nicht. Mit dem Ausbau umsatzstarker Produktsegmente ließe sich gegensteuern, so die BVE.

Berlin (abz). Die ist im vierten Quartal 2014 und ersten Quartal 2015 nicht weiter gewachsen. Weniger Mengennachfrage im Inland, steigende Verbraucheransprüche, ein schwaches Exportgeschäft, sinkende Verkaufspreise und ein zunehmender Wettbewerbs- und Konsolidierungsdruck ließen die Umsätze sinken. Das Kostenniveau in der Lebensmittelproduktion bleibt hoch, besonders bei Agrarrohstoffen und Energie, aber auch die Lohnkosten steigen durch geltende Tarifabschlüsse sowie arbeitsmarktpolitische Maßnahmen. Der Ertragsdruck in der Branche zieht empfindlich an.

Diese Daten und Fakten veröffentlicht die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) im Konjunkturbericht der Ernährungsindustrie zur wirtschaftlichen Lage und Entwicklung der Branche in den vergangenen sechs Monaten. Für neue Wachstumsimpulse müssen Unternehmen im Inland in den Ausbau umsatzstarker Produktsegmente investieren und im Ausland neue kaufkräftige Märkte erschließen, so die BVE.

sinkt

Ihr zufolge erwirtschaftete die Ernährungsindustrie im vierten Quartal 2014 einen Umsatz von 43,3 Mrd. Euro. Davon entfielen 13,7 Mrd. Euro auf den Lebensmittelexport. Damit verzeichnet die Branche einen Umsatzrückgang um minus 4 Prozent. Abzüglich sinkender Verkaufspreise lag der Rückgang noch bei minus 1,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das Lebensmittelexportgeschäft blieb auf Vorjahresniveau, die Ausfuhren stiegen nur um plus 0,5 Prozent. Ohne Saison- und Kalendereffekte stagnierte auch die Lebensmittelproduktion im vierten Quartal 2014.

Der Januar und Februar 2015 brachte den Lebensmittelherstellern weiteres Negativwachstum. Die Ernährungsindustrie erzielte einen Umsatz von 25,7 Mrd. Euro. Das entsprach einem Rückgang von minus 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Mengenmäßig sank der Branchenumsatz aufgrund der Preisentwicklung noch um Minus 4,3 Prozent. Auch das Lebensmittelexportgeschaft blieb deutlich hinter dem Vorjahresergebnis zurück.

Lebensmittel sind günstig

Lebensmittelpreise sind in Deutschland im Vergleich zu Ländern mit vergleichbarem Einkommensniveau günstig und stabil. Langfristig steigen die Lebensmittelpreise weniger stark als die allgemeinen Lebenshaltungskosten. Standardisierung und Spezialisierung in den Produktionsschritten sowie ständiger technologischer Fortschritt und eine starke regionale Produktion, aber auch der intensive Preiskampf im Handel machen deutsche Qualitätslebensmittel preiswert. Der steigende Ertragsdruck, so die BVE weiter, ist für die Hersteller durch den harten internationalen Wettbewerb sowie die hohen Kosten der Lebensmittelproduktion begründet. An Produkte und Produktion werden immer höhere und kostenintensive Ansprüche gestellt. Hinzu kommt das hohe Qualitäts- und Preisbewusstsein am Markt.

Prognose für die Ernte

Das Preisniveau an den Agrarrohstoffmarkten blieb im vierten Quartal 2014 und in den ersten zwei Monaten 2015 auf hohem Niveau. Den noch gedämpften Ernteprognosen für das laufende Jahr stehen aktuell gute Lagerbestande am Weltmarkt gegenüber. Die Angebotssituation an den globalen Agrarrohstoffmarkten hängt stark von den Ernte- und Witterungsbedingungen ab, in Teilbranchen kommt es so immer wieder zu schwer kalkulierbaren Preisschwankungen.


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