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Bio legt wieder zu

Zahlreiche Produktneuheiten – Tiefkühl-Teiglinge (Bäckerei Herzberger), Bierkrustenbrot (Meiermühle), Biohefe
(Wieninger) – machten die Biofach auch für Bäcker zu einer Messe mit Mehrwert.  (Quelle: Stumpf)+Zur Fotostrecke
Zahlreiche Produktneuheiten – Tiefkühl-Teiglinge (Bäckerei Herzberger), Bierkrustenbrot (Meiermühle), Biohefe (Wieninger) – machten die Biofach auch für Bäcker zu einer Messe mit Mehrwert. (Quelle: Stumpf)

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Biofach verzeichnet ein Besucherplus und ist damit ein Spiegelbild der Branche / Neben Infos zu Produkten eine anregende Trendschau

Mit einem leichten Besucherplus (41.500 Fachbesucher) ist die Weltleitmesse für Bioprodukte, die zu Ende gegangen. Die konnte auch in diesem Jahr wieder mit einem vielfältigen Angebot punkten, welches nicht nur für Händler aller Distributionsstufen, sondern auch für Verarbeiter und Hersteller von Bio-Produkten interessant sein dürfte. „Es muss natürlich auch festgestellt werden, dass gerade kleinere Anbieter zunehmend auf die Regionalmessen abwandern“, war von einem Insider zu hören. Dabei spricht er die Bio-Messen BioSüd, BioNord, BioWest und BioOst an, die vor allem regionale Märkte bedienen wollen.

Aus dem Bäckereibereich sind Unternehmen wie Schedel und Herzberger (beide Tiefkühlteiglinge) bereits seit Jahren feste Aussteller auf der Messe. Aber auch eher handwerklich ausgerichtete Bäckereien wie Profanter, Ultner-Brot (beide Südtirol) oder der Mauracher Hof präsentierten sich auf der Biofach, um Kundenkontakte zu pflegen. Interessant ist die Messe vor allem für Bäcker, die auf die Biofach kommen, um sich einen Überblick vom Markt und dessen Innovationen zu machen.

Die Landshuter Meyermühle stellte ihre neuen Rezepturen vor, die unter anderem ein Bierkrustenbrot beinhalten. Andere Backgrundmischungen stellte die Mühle so um, dass auf Soja als Zutat verzichtet werden kann. Erstmals präsentierte sich auf der Biofach der Hefehersteller Giegold/Wieninger, Lallemand-Gruppe. Diese traten mit ihrer Produktneuheit, einer zertifizierten Biohefe auf Melasse-Basis, auf. Die Biohefe gewinnt für Hersteller zunehmend an Bedeutung, da Anbauverbände wie Demeter und Naturland ihre Bäcker bereits dazu verpflichten diese in ihre Produkte einzusetzen. Ab 2014 soll die Umstellung dann bei allen Bio-Backwaren verpflichtend werden. Der Anbauverband Naturland feierte auf der Biofach sein 30-jähriges Bestehen. Im Jubiläumsjahr stellte sich der international tätige Verband mit dem Signet „Ökuhvision“ den Herausforderungen zu Klimawandel, Bodenverlust und Welthunger. Auf der Fachmesse zeigten die Verantwortlichen konkrete Verfahren, die sich Landwirte und Verarbeiter zu eigen machen sollten, um das ökologische Gleichgewicht zu halten. Für Bäcker als Ansprechpartner stand Fachberater Günter Conrad zur Verfügung.

Beim Anbauverband Demeter stellte Steffen Gleich, Bäckerberater des Anbauverbandes Demeter, ein Verfahren zur Beschreibung von Demeter-Brotqualität vor. „Wir merken, dass wir mit dem DLG-Prüfschema nicht weit genug kommen“, erklärte Gleich die Beweggründe für die neu entwickelte PAR-Methode. Im Gegensatz zur Fehlerbeschreibung nach dem DLG-Schema wird beim Produkt-Analyse-Ranking (PAR) die sensorische Wahrnehmung systematisch beschrieben.

Darüber hinaus stellten auch etliche bekannte Getreidezüchter auf der Biofach aus. „Generell bringen magere Böden eher Getreide hervor, die feste Teige mit sich bringen“, erklärte Dr. Karl-Josef Müller von der Getreidezüchtung Darzau.

Der Schweizer Getreidezüchter Peter Kunz stellte die neue Dinkelsorte Zürcher Oberländer Rotkorn (ZOR) vor. Die neue Sorte ist vier Tage früher reif und bringt gegenüber den bisherigen Sorten große Vorteile in der Standfestigkeit, der Blatt- und Ährengesundheit sowie der Ertragsleistung. Mit einer sehr hohen Wasseraufnahme können wohlschmeckende Gebäcke mit sehr gutem Volumen hergestellt werden. Erst ab Herbst 2014 werden ausreichend Saatgutmengen verfügbar sein.

Das ist eines von vielen Beispiele, die zeigen, dass die Biofach nach wie vor eine lohnende Trendschau für Bäcker ist, die den Blick in die Zukunft und über den Tellerrand bietet.

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