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Meinung
Neulich im Flugzeug saß ich am Notausgang – nicht aus panischer Flugangst, sondern der Beinfreiheit wegen. Bei Start und Landung müssen sich auch die Stewardessen dort setzen und angurten. Diese Damen waren mir bereits beim Einsteigen ins Flugzeug als ziemlich angelaschtes Team aufgefallen: Keinerlei Freundlichkeit, keine großen Anstrengungen, den bepackten Passagieren zu helfen, ziemlich gelangweilt! Als sich diese Miesepeter dann an den Notausgang setzten, um dort die kurze Zwangspause beim Start abzuhalten, waren sie nicht wiederzuerkennen. Ihre Fluggäste waren für sie eine Weile lang Luft. Ach, wie sich die Reisebegleiterinnen da plötzlich lustig und angeregt miteinander unterhielten und lachten, während sie die neuesten Privatschwänke untereinander austauschten. Kaum war die Reisehöhe erreicht, war es mit der guten Stimmung schon wieder vorbei. Es ging an die Arbeit, die lästige Kundschaft bei Laune zu halten, das Stimmungsbarometer fiel wieder unter Null. Sie hätten mal das genervte Augenrollen einer Stewardess sehen sollen, die ich um ein zusätzliches Glas Wasser gebeten hatte!
Solch total unterschiedliche Stimmungen an ein und demselben Tag, in ein und demselben Flugzeug oder auch in ein und derselben Bäckerei, sind nichts Anderes als ein gnadenloser Beziehungskiller zwischen Personal und Kunde. Denn die Botschaften sind glasklar: Ich, Beschäftigter, bin heute grundsätzlich gut gelaunt. Kollegen liebe ich, Kunden dagegen sind mir ein Gräuel. Dann lieber konsequent schlecht gelaunt sein, Chef und Kollegen genauso anschnauzen wie die Kunden. Aber als Kunde zu spüren, dass man selbst die Ursache für schlechte Laune ist, das hat dann mit ehemals „König Kunde“ rein gar nichts mehr zu tun!
Informationen:
Tel. 07143 961411
www.us-beratung.de