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Bei Snacks spüren Bäcker den Atem der Verfolger

Kunden vergleichen: Beim Bäcker müssen Snacks wertiger sein als beim LEH. (Quelle: Delikant/Kornmann)+
Kunden vergleichen: Beim Bäcker müssen Snacks wertiger sein als beim LEH. (Quelle: Delikant/Kornmann)

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Laut einer Studie kaufen Verbraucher Brotsnacks ähnlich häufig beim LEH wie beim Bäcker / Backbranche ist beim Frühstück in der Woche Spitze

Von Dieter Kauffmann

Noch sind Bäckereien mit Verkaufspersonal die Einkaufsstätte Nummer 1, wenn Kunden Brotsnacks kaufen. Aber der Lebensmitteleinzelhandel und die Backstationen in seinen Verkaufsstellen sind auf dem Weg, Bäckern diesen Rang abzulaufen.

Das ist eines der Ergebnisse des Snack-Monitors, den der Aufstrichanbieter Anfang des Jahres als Online-Umfrage durchgeführt hat. Befragt wurden dabei nach Delikant-Angaben rund 1300 Personen zwischen 18 und 69 Jahren nach ihrem Einkaufsverhalten rund um Snacks. Der in diesem Jahr lag auf dem Thema „Bäckergastronomie“.

Regional starke

Unterschiede

Dabei umfasst der Begriff „Brotsnacks“ in der Umfrage nicht nur belegte Kleingebäcke, sondern süße Feingebäcke, Sandwiches, Pizzazungen, Flammkuchen, Pizzas, Wraps und auch die klassische Stulle.

Angesprochen auf ihre Kauffreudigkeit von Brotsnacks äußerten sich die Bewohner der verschiedenen Regionen Deutschlands sehr unterschiedlich.

Während die Menschen im Süden und Westen Deutschlands mit 41,2 Prozent (Süd) und 35,5 Prozent (West) angeben, „häufig“ zu snacken – wobei unter „häufig“ der tägliche Einkauf sowie der Kauf mehrmals wöchentlich zu verstehen ist – halten sich die Verbraucher im Norden (29,7 %) und Osten (25,4 %) zurück.

Die Menschen im Süden

zahlen am meisten

Dies gilt auch für die Bereitschaft, mehr Geld für einen Brotsnack auszugeben. „Die Preisbereitschaft ist im Süden am höchsten, im Osten am niedrigsten“, sagte dazu Norbert Kijak, Marketingleiter von Delikant, bei der Präsentation der Studie am Rande der Internorga in Hamburg.

Im Durchschnitt über ganz Deutschland gäben 68,6 Prozent der Kunden zwei bis vier Euro für einen kalten auf der Basis von Backwaren aus.

Hochwertige Snacks

erzielen gute Verkaufspreise

Wobei die Zahlungsbereitschaft für einen hochwertigen, kalten Brotsnack im vergangenen Jahr im Vergleich zu den Vorjahren einen gewaltigen Sprung nach oben gemacht hat (Grafik unten Mitte).

Waren Verbraucher in den Jahren 2014 bis 2017 bereit, nur bis zu 3,44 Euro auszugeben, sind sie seit diesem Jahr mit 3,69Euro deutlich ausgabefreudiger. Ist dieser Brotsnack dann auch noch warm und wird als sättigend angesehen, sind Verbraucher sogar bereit 4,51 Euro zu bezahlen.

Während sich die Einkaufsfrequenz in den vergangenen vier Jahren nicht wirklich verändert hat, ist bei der Einkaufsstätte für Brotsnacks eine Entwicklung zu beobachten.

Der Umfrage zufolge kaufen beim klassischen Bäcker mit Verkaufspersonal 3,1 Prozent täglich und 21,5 Prozent mehrmals in der Woche Brotsnacks ein (siehe Grafik unten links). Die Bäckerei im Vorkassenbereich kommt nur auf täglich 1 und 12,1 Prozent (mehrmals pro Woche).

Deutlich häufiger wird mit 2Prozent täglich und 16,9 Prozent mehrmals pro Woche im Lebensmitteleinzelhandel (LEH) eingekauft. Bei den LEH-Backstationen ist die Entwicklung noch nicht ganz so deutlich, aber beide Abfragen zeigen die Richtung an: Der klassische Bäcker verliert gegenüber seinen schärfsten Widersachern.

Möglicherweise hängt diese Entwicklung mit der Präsentation des Snackangebots zusammen. Waren 2015 noch 52 Prozent aller Brotsnackkäufe auf einem spontanen Kaufimpuls heraus begründet, so ist dieser Anteil heute auf 60 Prozent gestiegen (Grafik links).

Deshalb werden die Punkte Optik, Präsentation und Marketing im Zusammenhang mit Snacks immer wichtiger.

Auch beim Frühstück an Wochentagen haben klassische Bäcker immer noch die Nase vorn. Sie sind für Verbraucher mit 71,6 Prozent die erste Wahl vor Selbstbedienungs-Bäckern (41,2 %) und Einkaufszentren mit Foodmeile.

Das Wochenende lassen

sich Gäste was kosten

Beim Brunch am Wochenende sind Bäcker in der Rangfolge zwar nur Zweiter hinter den Restaurants, aber hier sind mit einer Zahlungsbereitschaft von 13,69 Euro (Grafik unten rechts) ganz andere Umsätze möglich.

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