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Begriff der diätetischen Lebensmittel verboten

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Für Diabetiker geeignet? Die Kennzeichnung "Diätetische Lebensmittel" ist von 2016 an nicht mehr erlaubt. (Quelle: Archiv)

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Im Sinne der Transparenz und des Verbraucherschutzes kommen neue Regeln auf Produzenten zu. Was zu beachten ist.

Brüssel (age). Die Kennzeichnung von Lebensmitteln beschäftigt die Politik. Wie berichtet, müssen auch Bäcker neue Vorschriften beachten. So sind von Dezember 2014 an allergene Rohstoffe so auszuweisen, dass sich Kunden über diese informieren, ohne extra beim Verkaufspersonal nachfragen zu müssen. Dies kann ein Schild in der Nähe der sein. Bäcker können aber auch ein Zutatenverzeichnis im für den Verbraucher frei zugänglichen Verkaufsraum auslegen. In einem zweiten Schritt sind darüber hinaus von 2016 an bei verpackter Ware die Nährwerte angeben: Energie, Fett, gesättigte Fettsäuren, Kohlenhydrate, Proteine, Zucker und Salz.

Beschlossen ist nun auch, dass es den Begriff „Diätetische Lebensmittel“ künftig nicht mehr geben wird. Das Europaparlament hat vergangene Woche grünes Licht gegeben für die Straffung der Kennzeichnungspflichten von Spezialnahrungsmitteln für Säuglinge, Kranke oder Personen mit Unverträglichkeiten. Die Abschaffung des Konzepts der „diätetischen Lebensmittel“ ist das Kernstück der neuen Regeln. Die Europäische Kommission hält die aktuellen Vorschriften für zersplittert und unübersichtlich, den Begriff selbst für irreführend und veraltet. Die Notwendigkeit spezieller Nahrungsmittel für Diabetiker beispielsweise entbehrt nach Ansicht der Behörde einer wissenschaftlichen Grundlage.

Künftig sollen Spezialnahrungsmittel in drei Kategorien unterteilt werden, nämlich Säuglings- und Kleinkinderkost, Nahrungsmittel für spezielle medizinische Zwecke sowie Schlankheitsprodukte, die ganze Mahlzeiten ersetzen. Damit soll ein Wildwuchs an potenziell verwirrenden Bezeichnungen eingedämmt werden. Ferner wird eine Liste mit als Zusatzstoffe zugelassenen Substanzen aufgestellt, beispielsweise Vitamine, Mineralien und Aminosäuren. Angaben, die auf einen verringerten Gehalt an Gluten oder Laktose hinweisen, unterliegen künftig den allgemeinen Vorschriften zur .

Darüber hinaus soll mit den neuen Regeln ein Schlupfloch geschlossen werden: Bisher konnten Hersteller nämlich die seit einigen Jahren vorgeschriebene Prüfung gesundheitsbezogener Angaben mittels der Vorschriften für diätetische Lebensmittel umgehen. Nach Angaben der Kommission gelten die neuen Vorschriften ab 2016. Den Unternehmen soll genügend Zeit bleiben, ihre Verkaufsstrategie anzupassen.

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