Branche_Politik

„Kleine Betriebe liegen uns am Herzen“

Die schleswig-holsteinischen Obermeister tagten in Neumünster


Neumünster (hhl). Lobbyarbeit, Ausbildung, Öffentlichkeitsarbeit und Betriebsvergleiche waren die Hauptthemen des Arbeitskreises der Obermeister des Landesinnungsverbandes Schleswig-Holstein.

2010 stehen in Schleswig-Holstein wieder die alle zwei Jahre angebotenen Betriebsprüfungen an. „Alle sind aufgefordert, mitzumachen“, sagte BKV-Nord-Geschäftsführer Heinz Essel. Es sei in vielerlei Hinsicht wichtig, Daten aus einem Betriebsvergleich an der Hand zu haben, zum Beispiel um sie an Banken weitergeben zu können. Betriebsberater Jan Gerdts zeigte an einem Beispiel die Auswirkungen einer Betriebsanalyse. Durch Maßnahmen wie Energieeinsparungen, Sortimentsbereinigung und Reduzierung der Personalkosten konnte eine schleswig-holsteinische Bäckerei ihren „Cash Flow“ in zwei Jahren von 4,82 auf 10,96 steigern. „Die kleinen Betriebe liegen uns besonders am Herzen“, sagte Heinz Essel: „Wir haben in letzter Zeit mehrere retten können. Aber viele sind noch falsch aufgestellt.“ Denen könne eine Betriebsanalyse großen Nutzen bringen

Landesinnungsmeister Holger Rathjen berichtete unter anderem von Gesprächen mit dem Bauernverband: „Insbesondere wegen der EU haben wir eine gemeinsame Basis.“ Ein Thema, das besprochen worden war, war die Gentechnik. „Der Bauernverband vertritt hier eine eindeutige Position“, sagte Rathjen. „Egal wie jeder von uns persönlich dazu steht – wir werden auf die Dauer wohl nicht darauf verzichten können.“

Lehrlingswartin Maren Andresen informierte die Obermeister darüber, dass die neuen Berichtshefte für die angehenden Verkäuferinnen im März in Druck gehen. „Die Signal Iduna sponsort die Hefte mit gut 10.000 Euro“, sagte sie. Landeslehrlingswart Helmut Börke informierte darüber, dass es bei den neuen Berichtsheften der Bäcker, die schon im vergangenen Jahr eingeführt worden sind, Probleme gegeben habe: „Die Schulen in Schleswig und Segeberg weigern sich, die neuen Berichtshefte anzunehmen.“ Problemen mit den Schulen könne man vorbeugen, so Rathjen: „Da sind die Lehrlingswarte oder Bezirkswarte in der Pflicht. Sie sollten regelmäßig in die Schulen gehen.“

Dass sich Öffentlichkeitsarbeit lohnt, zeigte im vergangenen Jahr wieder die Teilnahme an der Landwirtschaftsmesse Norla in Rendsburg. „Unser Auftritt auf der Norla tut nicht nur dem Bäckerhandwerk gut“, sagte Heinz Essel, „sondern auch die Betriebe vor Ort und in der Umgebung haben ihren Nutzen davon.“ Auf geringe Resonanz bei den schleswig-holsteinischen Handwerksbäckern sei dagegen die Aktion „Richtig frühstücken“ gestoßen, berichtete Heinz Essel. Nur 20 von 250 Bäckern waren daran interessiert, diese Aktion zu begleiten. „Die bundesweite Aktion läuft ja noch einige Jahre. Für 2011 machen wir in Schleswig-Holstein einen neuen Anlauf.“


Artikel vom 24.02.2010
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