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Banken lehnen Bargeld ab

Unerwünscht: Bares ist bei Geldinstituten schlecht angesehen. (Quelle: Shutterstock/MikeDotta)+
Unerwünscht: Bares ist bei Geldinstituten schlecht angesehen. (Quelle: Shutterstock/MikeDotta)

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Geldinstitute in Deutschland erhöhen die Gebühren für Bareinzahlungen zum Teil drastisch, damit diese Form des Geldtranfers für ihre Kunden unattraktiv wird.

Es ist so, als wollten Bäcker nur noch Brötchen verkaufen, da ihnen die Herstellung von Broten zu aufwändig geworden ist. Ob dem Kunden das schmeckt, ist unerheblich. Um die „Lenkungsphase“ zu unterstützen, würden Bäcker die Preise in exorbitante Höhen schrauben, damit dem Verbraucher die Lust auf Brotscheiben nachhaltig vergeht. Unvorstellbar?

Für Bäcker schon, für Banker nicht. Die verfahren bei Bareinzahlungen nach genau diesem Prinzip. Da das Bargeldmanagement für Geldinstitute durch Zinssenkung und Münzgeld-Verordnung ein Verlustgeschäft geworden ist, haben sie das aus ihrer Sicht ultimative Mittel gefunden, um Menschen wie Bäckern, die ihre Tageseinnahmen bar einzahlen wollen, zu ärgern: Sie erhöhen die Gebühren so drastisch, das es schmerzt.

Besonders extrem hat es Bäckermeister Jürgen Waldschütz getroffen. Die Bank seiner Wahl ließ ihn wissen, die Gebühren pro Einzahlung von dato 25 Cent auf nunmehr 25 Euro zu erhöhen. Macht eine Preissteigerung von 5000 Prozent. Das entspricht der Verteuerung eines Brötchens von 38 Cent auf 19 Euro.

Der bundesweite Dreh an der Gebührenschraube ist mehr als nur Kostenkompensation. Geldinstitute wollen auf diese Weise die Akzeptanz von Bezahlmodellen in den Betrieben forcieren, bei denen Münzen und Scheine ausgedient haben. „Wir empfehlen Kunden, bargeldlose Bezahlmöglichkeiten anzubieten“, sagt denn auch Joachim Fröhler, Sprecher der Stadtsparkasse München. sei zu kostenintensiv – für alle Beteiligten. (aram)

Siehe auch S. 2 und 3

Aus Sicht von Banken und anderen Geldinstituten eine völlig veraltete Form für die Übergabe von Bargeld.
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