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„Bahnhöfe sind für Bäcker ideale Standorte“

„Bahnhöfe sind für Bäcker ideale Standorte“ (Quelle: privat)+
„Bahnhöfe sind für Bäcker ideale Standorte“ (Quelle: privat)

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Einzelhandelsexpertin Sabine Stöhr sieht in diesen Lagen großes Potenzial

Das Gespräch führte

Reinald Wolf

Sabine Stöhr (54) beschäftigt sich seit Jahren mit der Vermittlung und Konzeptentwicklung von individuellen Einzelhandelskonzepten in der Innenstadt, in Einkaufszentren und in Bahnhöfen. Dabei handelt es sich um Standorte mit sportlichen Mietkonditionen, personellen Herausforderungen und großem – auch für Bäcker, wie die Geschäftsführerin von 1A Retail versichert.

ABZ: Die Konkurrenz ist groß, die Herausforderung offensichtlich. Warum sollten sich auch Bäcker um Standorte in Bahnhöfen und S-Bahnhöfen bemühen?

Sabine Stöhr: ,Warum‘ ist schon die falsche Frage. Denn Bahnhofsstandorte sind für Bäcker fraglos ideale Standorte, die sie besetzen sollten – mit potenziell 50.000 bis 150.000 Kunden täglich, wie dies zum Beispiel in München am Stachus gegeben ist.

Wir reden hier vom . Aber ein paar weitere Gründe muss es doch geben, warum man mit Foodservice-Profis wie Yormas, Le Crobag und vielen anderen in direkte Konkurrenz treten soll, ohne Schiffbruch zu erleiden.

Stöhr: Zahlreiche Beispiele zeigen doch, dass das funktioniert. Auch, weil Bäcker ja selbst schon Profis in Sachen Außer-Haus-Verzehr sind und ihr Geschäft mit und Co. ganz gut verstehen. Außerdem haben sie im Vergleich mit den anderen Gastro-Anbietern in Bahnhöfen einen ganz entscheidenden Vorteil.

Als da wäre?

Stöhr: Bei vielen der sogenannten Mitbewerber im Bahnhofsstandort handelt es sich um nationale und sogar internationale Marken. Der Bäcker vor Ort kann mit einem regionalen oder lokalen Markenprofil punkten. Das können die anderen nicht bieten. Hinzu kommt, dass Bäcker sich über ihre Kernkompetenz vor Ort als Qualitätsanbie Es handelt sich doch hauptsächlich um flüchtige Laufkundschaft. Das ist aber kein Faktor, mit dem Bäcker zuverlässig rechnen können.

Stöhr: Das täuscht. Denn neben den Fernreisenden haben wir ja noch die Pendler – nicht nur in den S-Bahnhöfen. Und die sind sogar zwei Mal am Standort. Da können dann neben der Außer-Haus-Versorgung mit Kaffee, belegten Brötchen, Wraps und süßen Teilchen auch das Brot und die Brötchen eine Rolle spielen, die gegebenenfalls mit nach Hause genommen werden.

Hört sich gut an. Angenommen, der Bäcker entscheidet sich für einen Bahnhofsstandort – mit welchen Faktoren kann er die Deutsche Bahn als Vermieter überzeugen?

Stöhr: Die DB Station&Service AG ist generell an einem attraktiven Branchenmix in den Einkaufszentren im Zusammenhang mit den Bahnhöfen interessiert. Und dazu gehören definitiv auch die Bäcker, die für ein regionales und hochwertiges Angebot stehen. Schließlich sollen auch anspruchsvollere Kunden im Bahnhof zum Zug kommen. Ein gutes Beispiel dafür ist Rischart, der in München im Bahnhof praktisch zum Inventar gehört.

Das heißt, Qualität ist ein wichtiges Thema?

Stöhr: Selbstverständlich – Qualität, Frische und auch ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis. Denn vor Ort tummeln sich auch günstigere Anbieter wie Backwerk. Hinzu kommt, dass es an Bahnhofsstandorten ohne freundlichen und zügigen Service überhaupt nicht funktioniert. Da wollen mitunter 2000Kunden am Tag professionell und zufriedenstellend bedient werden – oft ab 6 Uhr in der Früh bis 10 Uhr abends.

Wie schaffen es Bäcker, gutes Verkaufspersonal für so einen anspruchsvollen Verkaufsjob zu finden und zu binden?

Stöhr: Nur Bares ist Wahres. Wer nur den Mindestlohn zahlt, kommt da nicht weit. Anerkennung und attraktive Schulungen gehören aber auch dazu.


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  • Snacks
    Werner Kräling | Jürgen Rieber

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  • Snacks und kleine Gerichte
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    Die Rezepte in diesem Buch sind eine Auskopplung aus unserem Titel "Snacks - Chancen für die Bäckerei".

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Ob vor den Bahnsteigen der Züge oder in den Passagen zu den S-Bahnen, der Bahnhof München ist ein Standort mit hoher Frequenz.
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