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Bäckerei mit Ekelfaktor

Warenprobe aus der Großbäckerei, die mehrfach bei Kontrollen negativ auffiel.  (Quelle: Kreisverwaltung Mettmann)+Zur Fotostrecke
Warenprobe aus der Großbäckerei, die mehrfach bei Kontrollen negativ auffiel. (Quelle: Kreisverwaltung Mettmann)

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Kontrolle

Lebensmittelkontrolleure im Kreis Mettmann dokumentieren bei Prüfung einer Großbäckerei zum wiederholten Mal massive Verstöße.

Kreis Mettmann (aram). Das Amt für Verbraucherschutz im nordrhein-westfälischen Kreis Mettmann hat jetzt seine Bilanz für 2015 vorgelegt. Mehrere Seiten des Berichts sind einer gewidmet, in der die Kontrolleure heftige Ausschläge auf der nach oben offenen Ekelskala dokumentierten.

Der Betrieb war bereits 2014 aufgefallen. Damals notierten die Prüfer "massive hygienische und bauliche Mängel. So wurden Fliesenschäden, Verunreinigungen in den Produktionsstätten, an den zur Warenherstellung genutzten Geräten und den sanitären Anlagen sowie Verkotungen durch Mäuse und sonstiger Schädlingsbefall beanstandet". Backwaren seien zum Schutz der Verbraucher zurückgerufen und vernichtet worden.

Verendte Mäuse im Regallager

Hier einige Auszüge aus dem Prüfbericht: "Schon im Zugangsbereich bei den Rolltoren zum Wareneingang und Warenausgang wurden erhebliche Ansammlungen von Mäusekot vorgefunden. Da die Rolltore nicht dicht schließend waren, begünstigten sie den ungehinderten Zulauf von Schädlingen in die Produktionsstätten. Auf den Paletten wurden Lebensmittel gelagert, die – soweit Verpackungen beschädigt waren – ebenfalls mit Mäusekot verunreinigt waren. An einigen Stellen im Hochregallager wurden verendete Mäuse und Materialansammlungen gefunden, die Mäuse zum Nestbau nutzen. Der Zustand des Lagers war ekelerregend."

Und weiter: "Auch in anderen Betriebsräumen wurde Mäusekot entdeckt. Zudem wurden teilweise starke Verunreinigungen des Bodens, der Produktionsmaschinen und der Backformen festgestellt. An verschiedenen Stellen im Produktionsbereich hatten sich Pharao-Ameisen, Motten und Fruchtfliegen angesiedelt. Eine angemessene Basishygiene für einen Lebensmittelbetrieb war nicht erkennbar. Beim Tiefkühlhaus belegte die Temperaturdokumentation, dass die Lebensmittel über sechs Tage zu warm gelagert wurden und damit die Kühlkette unterbrochen war."

Betrieb hat sich in Nachbarstadt angesiedelt

Das Unternehmen hat übrigens seinen Standort verlassen und sich im benachbarten Duisburg angesiedelt. Die dortigen Lebensmittelprüfer seien auf die Ergebnisse der Kontrollen hingewiesen worden, sagte die Pressesprecherin des Kreises Mettmann auf Nachfrage.


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