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„Bäcker werden als belebendes Element im Handel angesehen“

„Bäcker werden als belebendes Element im Handel angesehen“ (Quelle: privat)+
„Bäcker werden als belebendes Element im Handel angesehen“ (Quelle: privat)

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IHK-Experte Martin Eisenmann zur Entwicklung innerstädtischer Gewerbemieten

Das Gespräch führte

Reinald Wolf

Bäcker haben gute Karten, wenn es darum geht, beim Anmieten von in Städten zum Zug zu kommen, meint Martin Eisenmann (52).

Als Referatsleiter und finanzielle Gewerbeförderung bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) Region Stuttgart hat er seit Jahren die Entwicklung der Mietpreise verschiedener Standorte in Städten unterschiedlicher Größe im Blick.

Die Frage ist ja auch, ob ich als Bäcker im Reigen mit Modegeschäften, Juwelieren, Handy-läden, Buchhändlern und dem Warum?

Eisenmann: Weil Bäcker als Nahversorger mit Produkten des täglichen Bedarfs quasi als belebendes Element im Handelsverbund gesehen werden – vor allem in den Innenstädten. So sehen das auch Stadtplaner und Gewerbeförderer und sind entsprechend an Bäckern interessiert.

Das heißt aber nicht, dass die generell mit Mietnachlass rechnen können. Ist denn bei den Entspannung in Sicht?

Eisenmann: Bei städtischen Immobilien könnte man mit Entgegenkommen rechnen, ansonsten nehmen Vermieter, was sie bekommen. Aber insgesamt ist zu beobachten, dass die Gewerbemieten seit etwa 2010 sinken – zumindest in den Mittelzentren und kleinen Orten.

Und wie sieht es in den Großstädten aus?

Eisenmann: Bis vor drei Jahren sind die innerstädtischen Mietpreise kontinuierlich gestiegen, während sie in den Randlagen stagnierten. Jetzt beobachten wir auch in den Innenstädten eine Stagnation – mit schon spürbaren Tendenzen zu nachlassenden Mietpreisen für Gewerbeflächen.

Wie ist das zu erklären?

Eisenmann: Der Onlinehandel sorgt eindeutig dafür, dass die Flächenproduktivität nachlässt. Davon ist der Handel vor Ort betroffen. Immerhin werden schon zehn Prozent des Einzelhandelsumsatzes online gemacht. Im Lebensmitteleinzelhandel macht das ein Prozent aus, aber mit hohen Wachstumsraten. In Summe bedeutet das, dass die Handels- mieter nicht mehr so hohe Mieten zahlen können und wollen.

Das müsste dem Bäcker als potenziellen Mieter eigentlich in die Karten spielen.

Eisenmann: Eigentlich, denn er ist vor Ort generell stärker gefragt als andere Gewerbe. Wenn aber die Frequenz insgesamt nicht mehr stimmt, weil das Gewerbe vor Ort schwächelt, tragen unter Umständen auch niedrige Mieten nicht zur auskömmlichen Flächenproduktivität bei.

Was ist zu tun?

Eisenmann: Jedes Unternehmen hat seine eigene Schmerzgrenze, was den Mietkostenanteil betrifft. Generell rate ich aber, die Entwicklung der Rahmenbedingungen vor Ort und das Potenzial rund um sich anbietende Flächen genau zu analysieren.

Ein Gespräch mit dem Vermieter könnte lohnen: Die Mieten für Gewerbeflächen sinken.
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