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Bäcker bekommt milde Strafe

Das Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig. +
Das Urteil ist bislang noch nicht rechtskräftig.

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Sexuelle Nötigung

Ein 59-Jähriger soll Mitarbeiterinnen über Jahre hinweg begrapscht haben. Doch im Prozess verwickelt sich eine der Zeuginnen in Widersprüche.

Augsburg (abz). Am Ende waren es nur zwei Fälle von sexueller Nötigung, deretwegen ein 59 Jahre alter Bäckermeister verurteilt wurde. Das berichtet die Augsburger Allgemeine online. Vor dem Amtsgericht Augsburg bekam der Mann eine vergleichsweise milde Strafe: Ein Jahr und acht Monate Haft auf Bewährung hieß das , das das Schöffengericht fällte. Danach hatte es lange nicht ausgesehen.

Die Staatsanwaltschaft hatte dem Mann vorgeworfen, in insgesamt 143 Fällen weibliche Angestellte sexuell belästigt und missbraucht zu haben. Eine ehemalige Auszubildende hatte den Bäckermeister angezeigt: Er habe sie im Zeitraum vom September 2006 bis Juli 2007 mindestens einmal pro Woche angegrapscht – und sei ihr dabei auch unter die Kleidung gegangen. Der Vorwurf wog besonders schwer: Das Mädchen war zur Tatzeit noch minderjährig. Auch zwei weitere ehemalige Verkäuferinnen, zwei heute 43 und 60 Jahre alte Frauen, hatten von Übergriffen auf sich berichtet.

Zwar warfen insgesamt fünf ehemalige Mitarbeiterinnen dem 59-Jährigen vor, dieser habe sie belästigt – andere Zeugen entlasteten den Mann jedoch. Die Aussage der ehemaligen Auszubildenden wies zudem einige Widersprüche auf. Sie konnte sich nicht mehr daran erinnern, wie oft ihr ehemaliger Chef ihr nachgestellt hatte, und schilderte bei der Polizei und vor unterschiedliche Szenen, so die Augsburger Allgemeine.

Das Schöffengericht unter Rita Greser befand den Angeklagten nur im Falle der 60-jährigen Zeugin für schuldig. „Wir haben nicht den geringsten Zweifel, dass er sie zweimal attackiert hat“, erklärte Greser. Der Bäckermeister habe „bodenlos seine Position als Chef ausgenutzt“. Im Fall der 43-Jährigen verwies Greser auf ein Urteil des Bundesgerichtshofes, nach der sie die sexuelle Nötigung nicht als solche bestrafen könne, weil die Zeugin dem Mann nicht klargemacht habe, dass sie dessen Berührungen nicht wolle. Und die Aussagen der ehemaligen Auszubildenden? „Da besteht aus unserer Sicht zu großer Zweifel für eine Verurteilung.“ Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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