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Backwarengeschäft soll verkauft werden

CSM sucht für die Marken Ulmer Spatz, Meistermarken, Goldfrost und Baker & Baker neue Besitzer. Foto: CSM+
CSM sucht für die Marken Ulmer Spatz, Meistermarken, Goldfrost und Baker & Baker neue Besitzer. Foto: CSM

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CSM

Der CSM-Konzern will sich von seiner Backwarensparte trennen. Die deutschen Marken sollen weitergeführt werden – bis es einen Käufer gibt.

Die Meldung füllt anderthalb Seiten, doch die Kernaussage ist denkbar knapp: CSM wolle sich auf das Geschäft mit Lebensmittelzusätzen konzentrieren, teilt das Unternehmen auf seiner Website mit. Geld verdienen wollen die Niederländer künftig vor allem mit ihren beiden Industriemarken Purac und Caravan. Das Backwarengeschäft in Nordamerika und Europa soll veräußert werden. In Deutschland betroffen sind die Marken Ulmer Spatz, Meistermarken, Goldfrost und Baker & Baker. So will es der Konzernvorstand. Auf einer Versammlung am 3. Juli will er sich bei den Aktionären grünes Licht für den Strategiewechsel holen.


Der Konzern ändert die Strategie, obgleich er im Markt für Backwaren und Backzutaten Potenzial sieht. „Wir halten das für ein sehr wachstumsträchtiges Geschäft“, betont eine Sprecherin am CSM-Sitz in Diemen. CSM verfüge aber nicht über die finanziellen Ressourcen, um in zwei Wachstumssegmenten investieren zu können. Der Verkauf des Backwarengeschäfts soll spätestens innerhalb des ersten Quartals 2013 abgeschlossen sein, sagt die Sprecherin. Ob es bereits Kaufinteressenten gibt, ist nicht zu erfahren.

In Bingen am Rhein, wo die Bäckermarken Ulmer Spatz und Meistermarken zu Hause sind, soll erst einmal alles so bleiben, wie es ist. „Das Geschäft läuft unverändert weiter – mit allen Leistungen für unsere Kunden“, sagt der Chef von CSM-Deutschland, Thomas Tanck. Was die Zukunft angeht, betont er: Meistermarken und Ulmer Spatz seien so starke Marken, dass es für die Kunden im Bäckerhandwerk keine so große Rolle spielt, wer Eigentümer ist. Mit der Entwicklung des Geschäfts der Marken in den vergangenen Monaten könne man „wirklich zufrieden sein“, berichtet Tanck.

Konzernweit sieht das offenbar anders aus: Analystenberichten zufolge belasten CSM sehr stark die hohen Rohstoffkosten. Die Rentabilität des Backwarengeschäfts in Europa und Nordamerika soll zuletzt deutlich geringer gewesen sein als die von Wettbewerbern. Als Grund nennen die Experten den hohen Anteil des Rohzutatengeschäfts. Laut Vontobel Research hat CSM 2011 fast 250 Millionen Euro für sein Backwarengeschäft in Europa abgeschrieben.

Mit den Marken Purac und Caravan hat das Unternehmen im vergangenen Jahr 704 Millionen Euro umgesetzt. Der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen betrug 123,5 Millionen Euro, die Ausschreibungen herausgerechnet blieben 93 Millionen Euro übrig. Unter dem Namen Purac vertreibt CSM Milchsäure und Milchsäurederivate und ist nach eigenen Angaben in diesem Segment weltweit Marktführer. Der Name Caravan steht für verschiedenartige Zusatzstoffe und prozessunterstützende Polymere. Die Aktionäre reagierten an dem Tag, als der Plan des Vorstands öffentlich wurde, positiv: Der Kurs der CSM-Aktie stieg um mehr als 20 Prozent. Doch nach wie vor ist er nur etwa halb so hoch wie zu Spitzenzeiten. In der zweiten Hälfte des Jahres 2011 sank der Aktienkurs von rund 25 Euro auf zehn Euro.

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