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Auch Großbäcker erwarten höhere Preise

Großbäcker wie Harry erhöhen via LEH stetig den Marktdruck in Sachen Brot.  (Quelle: Archiv/Kauffmann)+
Großbäcker wie Harry erhöhen via LEH stetig den Marktdruck in Sachen Brot. (Quelle: Archiv/Kauffmann)

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Backwarengeschäft

LEH legt laut Verband bei Broten zu – und wohl auch beim Geschmack schätzen Verbraucher industriell hergestellte Brote.

Frankfurt (abz). In den Großbäckereien werden aktuell rund 25.000 Arbeitnehmer beschäftigt - Tendenz stabil. Der durchschnittliche Ecklohn (Facharbeiter) betrage 18,17 Euro. Diese Eckdaten hat der auf seiner aktuellen Jahrespressekonferenz präsentiert und einmal mehr darauf verwiesen, dass sich der Marktanteil der großen Betriebe über 250 Mio. Jahresumsatz im Jahr 2016 auf etwa 15 Prozent erhöht habe.

Etwas aktueller ist der Verband in Sachen Ernteausfälle und Preisentwicklung: Verbandspräsidentin Ulrike Detmers hat erklärt, dass „tendenziell leicht steigende Preise“ zu erwarten seien. Eine Einschätzung, die sich mit den Vertreter des Bäckerhandwerks einigermaßen deckt – und mit Blick auf die Preispolitik, auch etwas Spielraum für Handwerksbäcker bietet.

Was dem Handwerk weniger schmecken dürfte: „Mittlerweile schmecken industriell produzierte Backwaren wie die aus den Handwerksbetrieben.“ Diese Meinung vertreten laut einer Studie der Heinz Lohmann Stiftung 38 Prozent der Befragten, 25 Prozent seien nicht eindeutig positioniert, noch 34 Prozent könnten als treue Käufer im Bäckerhandwerk gelten, wie der Verband der Großbäcker berichtet.

Zugelegt habe auch der Absatz von ganzen Broten im – um 14,7 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum (auf 132,6 Mio. Euro). Das entspricht einem Absatz von knapp 80 Mio. Kg (+7,9 Prozent).

Der Verband vertritt etwa 100 Unternehmen – Liefergroßbäcker und größere Filialbäcker (ab 20 Standorte), die laut Interessenvertreter einen Großteil des Branchenumsatzes von insgesamt 20 Milliarden Euro machen.

Dazu schreibt der Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes, , in einer E-Mail an die Redaktion:

Hiernach meint Frau Detmers: "Mittlerweile schmecken industriell produzierte Backwaren genauso gut wie die aus Handwerksbetrieben. Diese Meinung vertreten immerhin 38 Prozent der befragten Konsumenten im Rahmen der Studie siehe oben. 25 Prozent sind nicht eindeutig positioniert. 34 Prozent der Befragten können als treue Käufer im Bäckerhandwerk gelten. 3 Prozent der Befragten haben mit „Weiß nicht/Ist mir egal“ geantwortet. Sie zählen zum Käuferpotenzial für industriell gefertigte Brote und Backwaren."

Für mich lesen sich die Ergebnisse der Studie allerdings deutlich anders. Richtig ist, dass 38 Prozent der Konsumenten dieser Behauptung (eher) zustimmen. Wenn man die "Eher-Zustimmer" aber zum Industriebrot zuordnet, muss man dies auch bei den "Eher-Ablehnern" bzgl. dem Handwerksbrot tun. Diese sind keinesfalls „Unentschlossen“, wie Frau Detmers meint. Und damit sagen eben nicht 34, sondern 59 Prozent (!): Handwerk schmeckt besser!

Hinzu kommt: Dem Statement „Mittlerweile schmecken industriell produzierte Backwaren genauso gut wie die aus Handwerksbetrieben.“ (im Übrigen sehr suggestiv) stimmen nur 5 Prozent voll zu, während 21 Prozent überhaupt nicht zustimmen.

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Leser-Kommentare zum Artikel (1)

  • Erich Dederichs, Bonn 06.09.2018 um 16:34

    Betreff: Die angeblich veralteten Zahlen Guten Tag, Sie bemängeln, dass der Verband Deutscher Großbäckereien Zahlen aus dem Jahre 2016 vorgelegt hat. gerne hätte der verband aktuellere Zahlen vorgelegt. Leider stammt aber die aktuellste Umsatzsteuerstatistik aus dem Jahre 2016, d.h. es gibt keine aktuelleren Zahlen - zumindfest keine verlässlichen. Des Seitenhiebs hätte es also gar nicht bedurft...
    Mit freundlichsten Grüßen
    Erich Dederichs