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Meinung
Die Themen Ausbildung, Nachwuchsförderung und drohender Fachkräftemangel schlagen im Bäckerhandwerk immer höhere Wellen. Wohl auf jedem Verbandstag avanciert es zum Thema Nr. 1, so in unseren Berichten auf Seite 1, 10, 11 und 24. Kein Wunder, denn dunkle Wolken ziehen am Bäckerhimmel auf und anders als bei der Aschewolke – wo keiner so recht zu wissen scheint, wo sie denn ist und was sie denn anrichten kann – schwebt der demografische Wandel wie ein Damoklesschwert über der Zukunft eines jeden Betriebes. Die Folgen sind absehbar, recht genau zu prognostizieren und Landesinnungsmeister wie Wolfgang Schäfer und Wolfgang Laudenbach haben den Handlungsbedarf erkannt und werden nicht müde, ihre Mitglieder zu ermahnen, ausreichend und qualifiziert auszubilden. Und handeln freilich auch: In Hessen etwa wird in die Ausstattung der Schulen in Weiterstadt und Kassel investiert, um die Überbetriebliche Unterweisung auf bestem Niveau durchführen zu können. Apropos „überbetrieblich“:
Es nützen dort die besten Voraussetzungen nichts, wenn die Azubis in den Betrieben keine optimalen Lernbedingungen vorfinden. Azubis, die Nacht für Nacht am Teigteiler stehen und Brote absetzen, lernen kaum das Tourieren eines Hefefeinteiges, was aber nun einmal für den Beruf des Bäckers unabdingbar ist. Und noch etwas: Henry Müller, Obermeister von Dresden, hat auf die notwendige Angleichung der Vergütung der Azubi-Entgelte an das Niveau der alten Bundesländer hingewiesen, die nun schrittweise erfolgen soll. Aber selbst dann verdienen sich die jungen Bäcker/innen ja nicht grade eine goldene Nase. Langfristig müssen die Vergütungen weiter steigen und sich ebenso die Realitäten in allen Betrieben den tollen Imagekampagnen des ZV angleichen.