Anzeige
INTERVIEW der Woche
In einer Zeit, in der Qualität den Wettbewerb entscheidet und ständig neue Ideen gefragt sind, haben die Schopfheimer (bei Lörrach) Bäckereien Bender und Trefzger in Kooperation mit dem Demeterhof Dinkelberg eine regionale Vermarktungsinitiative für ein „Brot us Korn vo do“, auf hochdeutsch: „Ein Brot aus Korn von hier“, in Bewegung gesetzt. Gleich der Vermarktungsstart auf dem Schopfheimer Marktplatz ermunterte die Initiatoren mit ihrer Aktion, am Ball zu bleiben, um es sportlich auszudrücken. Die Aktion hat zudem gezeigt, dass Regionalmarketing ein dankbares Thema für das Bäckerhandwerk ist. Die ABZ sprach mit dem Lörracher Obermeister Fritz Trefzger jr. (siehe auch Bericht auf Seite 5).
Fritz Trefzger: „In Zeiten eines immer anonymeren, globalisierten Lebensmittelmarktes wollen wir mit einem neuen regionalen Wirtschaftskreislauf bewusst ein Zeichen setzen. Natürlich wollen wir in erster Linie die Verbraucher – sprich unsere Kunden und alle, die es noch werden wollen – ansprechen. Sie für eine gesunde und geschmackvolle Ernährung sensibilisieren. Bei den Vorbereitungen unserer Aktion haben wir festgestellt, dass dies auch möglich ist.“
Fritz Trefzger: „Ihre Aussage trifft den Nagel auf den Kopf. Nur, wenn die Teilnehmer bereit waren, sich zu engagieren, Zeit und Vorschläge einzubringen, waren sie unsere Leute. Wir, Bäcker und ein Landwirt, setzten uns im Herbst 2006 an einen Tisch und begannen, das lokale Vermarktungskonzept zu planen. Uns drei verbindet, dass wir handwerklich orientierte Betriebe sind, die den Anspruch erheben, qualitativ hochwertige Produkte herzustellen und sich außerdem eng mit dieser Region verbunden fühlen.“
Fritz Trefzger: „Ja, sehr viel. Mit unserem Motto: ‚Von Menschen von hier, für Menschen von hier‘ schließen wir die Verbraucher mit ein, die mit dem Kauf von regionalen Produkten ein vielseitiges Wirtschaftsleben fördern und ,ihre‘ Region letztendlich attraktiv halten. Wir sehen die Chance. Das allein würde aber nicht ausreichen, wir müssen noch etwas mehr tun.“
Fritz Trefzger: „Das sehen wir auch, die Konkurrenz schläft nicht, doch ohne übermütig zu sein, wollen wir uns als handwerkliche Bäckereien noch etwas besser im Markt positionieren. Einen Vorteil sehen wir darin, dass wir meist kleinere Verkaufseinheiten und den direkten persönlichen Kontakt zu unseren Kunden haben. Da kommt es viel auf die fachliche Beratung an. Unsere Verkäuferinnen können gar nicht aktiv genug sein, zumal, wenn sie das in Schulungen Gelernte in ihrem Berufsalltag umsetzen.“
Fritz Trefzger: „Ein Hauptanliegen von uns war, dass das Produkt schmeckt. Es ist eine neue Kreation, die sich auch an Altbewährtes hält. An manchen Brotteigführungen und Backverfahren hat sich in den letzten 50 Jahren nichts oder nur wenig verändert. So bäckt mein Bäckerkollege Helmut Bender noch immer im Holzbackofen und die Nachfrage bestätigt ihm, wie richtig das ist.“
Fritz Trefzger: „Positiv. Wir nehmen die Aktion zum Anlass, einen deutlichen Schritt in Richtung Bio zu gehen. Die Zertifizierung der neuen Brotsorte nach EU-Richtlinie ist schon im Sommer 2007 geplant. Bei dem Dinkelbrot handelt es sich noch nicht um Bio-Backware, da der Herstellungsprozess noch von einer unabhängigen Prüfungsstelle abgenommen werden muss. Sicher ist schon heute: Weizen und Dinkel stammen von einem Hof, der seit Sommer 2006 die Anerkennung des biologisch-dynamischen Anbauverbandes Demeter hat.“
Fritz Trefzger: „Er wird, das ist nicht anders möglich, deutlich über einem normalen Brot liegen. Unsere bisherigen Erfahrungen zeigen, dass der Kunde den Preis akzeptiert, vorausgesetzt natürlich, dass er den Gegenwert des Produktes erkennt und dafür ein paar Cent mehr bezahlt.“
Ernährungsführerschein für Grundschüler
Für die Durchführung des Ernährungsführerscheins des Informationsdienstes Verbraucherschutz, Ernährung, Landwirtschaft (aid) in dritten Grundschulklassen ab dem Schuljahr 2007/2008 durch Landfrauen liegt jetzt der Zuwendungsbescheid des Bundeslandwirtschaftsministeriums vor. mehr...
